Ein konfliktreiches Thema – Straßenbau und Naturschutz im Dialogforum

Gehölzpflege im Winter

Die Teilnehmer sprachen sich dafür aus, die Dialogreihe 2018 weiter zu führen.

Landkreis – Den Natur- und Artenschutz bei der Gehölzpflege an Straßen und Wegen berücksichtigen: Das ist ein Thema, das Straßenmeistereien, kommunale Bauverwaltungen und für den Naturschutz zuständige Stellen im Winterhalbjahr beschäftigt.

Wegen jährlich wiederkehrender Konflikte im Zusammenhang mit winterlichen Gehölzpflegearbeiten hatte die untere Naturschutzbehörde am Landratsamt gemeinsam mit dem Sachgebiet Landschaftsplanung am Staatlichen Bauamt Weilheim zu einem „Dialogforum Straßenbau und Naturschutz“ eingeladen. Vertreter von zwölf kommunalen Bauhöfen, vier Straßenmeistereien und vom Maschinenring Oberland waren der Einladung ins Landratsamt gefolgt.

Matthias Hett, Untere Naturschutzbehörde, verdeutlichte mit Beispielen aus der Praxis, wie Gehölzschnittarbeiten von der breiten Öffentlichkeit, aber auch aus Fachkreisen genau beobachtet und kritisch hinterfragt werden. Er spannte einen Bogen von der Historie des so genannten Straßenbegleitgrüns über Gesetze, natur- und artenschutzfachliche Bedeutung von Gehölzen und deren Wirkung auf das Orts- und Landschaftsbild bis hin zum Umgang mit Gehölzen auf Baustellen. Mit Beispielen aus der Praxis wies er auf Defizite und deren mögliche Ursachen hin, um einen Erfahrungsaustausch zwischen den Beteiligten anzuregen.

Als Vertreterin des Staatlichen Bauamtes Weilheim, das rund 1 600 Kilometer Straße unterhält, erläuterte Marika Hoyer vom Sachgebiet Landschaftsplanung die Vorgaben der Staatsbauverwaltung und deren Umsetzung im Staatlichen Bauamt Weilheim. Dass der Naturschutz als gemeinsame Aufgabe der staatlichen und kommunalen Verwaltung zu verstehen ist, machten beide Vorträge deutlich.

Die anschließend von Heike Grosser, Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt, moderierte Veranstaltung wurde rege dazu genutzt, um eigene Erfahrungen auf das Papier und in die Diskussion zu bringen. Zum persönlichen Austausch diente die Kaffeepause, Fragen konnten im Gespräch geklärt und Handlungsempfehlungen ausgesprochen werden.

Deutlich wurde bei der Zusammenkunft auch, dass das nötige Fachwissen in der Gehölzpflege und die berufliche Fortbildung sowohl für die Art des Umgangs mit dem Lebewesen Pflanze als auch für die Außenwahrnehmung öffentlicher Institutionen von entscheidender Bedeutung sind.

Die Gesprächsrunde zeigte, dass neben dem Fachpersonal eine entsprechende Bedarfsplanung sowie zeitliche wie finanzielle Ressourcen unverzichtbar sind. Patentlösungen waren nicht zu erwarten, doch konnten die Teilnehmer Anregungen mit in ihren beruflichen Alltag nehmen. Übereinstimmend bestand der Wunsch, den Erfahrungsaustausch beizubehalten und diese Dialogreihe im Jahr 2018 fortzusetzen.

Von Kreisbote Weilheim

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