Idee für Bebauung des großen Angers unterhalb der Pöltner Kirche sorgt für Redebedarf

Ein "sensibler Bereich"

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Auf dem Anger unterhalb der Pöltner Kirche soll unter anderem Wohnraum entstehen.

Weilheim – Normalerweise sind die Besucherplätze bei Stadtratssitzungen eher spärlich besetzt.

An der letzten Zusammenkunft der Stadträte nahmen allerdings circa 20 Interessierte teil. Grund dafür dürfte der Tagesordnungspunkt gewesen sein, der sich mit der Änderung des Flächennutzungsplans „Nördlich der Geistbühelstraße“ beschäftigte. Dass es sich dabei um ein nicht ganz einfaches Thema handelt, wurde auch an den vielen Stellungnahmen von Ämtern und Behörden sowie den Schreiben aus der Öffentlichkeit deutlich, die in der Sitzung abgewogen wurden.

Doch was könnte dort überhaupt gebaut werden? Laut Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt ist die Idee, entlang der Geistbühelstraße Wohnbebauung zu schaffen. Auf der Fläche entlang der Bahngleise soll außerdem Platz für eine KiTa sein und auf einem Grünstreifen von der Pöltner Kirche bis zu den Gleisen ist ein „Bürgerpark“ geplant. Für diesen könnte die Stadt Fördermittel von der Regierung erhalten, sagte Roppelt. Laut dem Verkehrskonzept für diesen Bereich könnten aktuell etwa ein Drittel der Wohnungen und die KiTa realisiert werden. Was den Rest anbelangt, müssten Maßnahmen wie eine Ampel oder ein Kreisverkehr an der Pollingerstraße getroffen werden. „Im Endzustand“ seien maximal 200 bis 250 Wohnungen möglich, machte Roppelt deutlich.

Damit die Planungen dafür weitergehen konnten, musste aber zuerst der Flächennutzungsplan geändert werden. Der momentan landwirtschaftlich genutzte Bereich war nämlich als Grün- beziehungsweise zum Teil als Vorratsfläche für einen Friedhof ausgewiesen.

Letztendlich stimmten alle Räte der Änderung zu. Allerdings gab es zuvor großen Redebedarf. Die vielen Einwände würden zeigen, dass ein „sensibler Bereich“ berührt werde, sagte Klaus Gast (CSU). Daher sprach er sich für größtmögliche Transparenz sowie für eine oder mehrere Infoveranstaltungen für Bürger aus. Brigitte Holeczek (BfW) gab zu, dass ihr bei diesem Beschluss nicht nach Jubeln zumute sei. Allerdings bezweifelte sie auch, dass es sich Weilheim leisten könne, eine solche Fläche für den Bedarf an einem Friedhof zurückzuhalten. Bei den fokussierten Wohnungen in Sachen Verkehr neue Wege einzuschlagen, regten unter anderem Alfred Honisch (Grüne) und Verkehrsreferent Dr. Claus Reindl (BfW) an. Genannt wurde beispielsweise ein reduzierter Stellplatzschlüssel. Horst Martin (SPD) schlug vor, das „Geviert“ weitestgehend völlig autofrei zu gestalten. Die Umsetzbarkeit dieser Idee zweifelte Bürgermeister Markus Loth (BfW) an. Er befürchtete, dass dadurch die Autos in die Nebenstraßen verlagert würden. Walter Weber (Freie Wähler) sprach sich dafür aus, bei den Neubauten auch günstigen Wohnraum für die Menschen zu schaffen, die bereits in Weilheim leben.

Nach der Aufnahme von kleineren Änderungen wird der Flächennutzungsplan nun erneut öffentlich ausgelegt und es besteht die Möglichkeit, Stellungnahmen abzugeben. Eine Infoveranstaltung für Bürger soll erst stattfinden, wenn konkretere Planungen vorliegen. Dafür bräuchte man „dreidimensionale Bilder“, erklärte Roppelt.

Von Sofia Wiethaler

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