Preisträger und Künstler begeisterten Publikum und Veranstalter – Weitere Termine am Samstag und Sonntag

Gelungener Auftakt der Horváth-Tage

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Die beiden Preisträger Eva Trobisch und Josef Hader. Gestaltet wurden die Preise von den Murnauer Künstlerinnen Tanja Nicklaus und Susanne Assum.

Murnau – Sichtlich bewegt nahmen Josef Hader und Regisseurin Eva Trobisch im Rahmen der Auftaktveranstaltung zu den Murnauer Horváth-Tagen den Ödön-von-Horváth-Preis beziehungsweise Förderpreis der Ödön-von-Horváth-Stiftung entgegen.

Hader habe mit dem Ast, den er in seinem Programm „Privat“ den Tod Horváths bedauern lässt, dem Literaten ein Bühnendenkmal gesetzt. Als Kabarettist, Schauspieler und Regisseur nähere er sich seinen Figuren wie Horváth mit großem Mitgefühl, so die Begründung der Jury unter Vorsitz des ersten Bürgermeisters Rolf Beuting. Eva Trobisch zeige in ihrem Film „Alles ist gut“, wie „in scheinbar schlichten Alltagsdialogen die Abgründe des Verdrängten lauern“. Sie mahnte in ihrer Dankesrede: „Horváth musste sich notgedrungen mit dem Faschismus auseinandersetzen – lassen wir es nicht so weit kommen!“ Durch den Abend, den der Murnauer Thomas Unruh musikalisch umrahmte, führte BR-Moderator Christoph Süß. Der bekannte Schauspieler Ferdinand Schmidt-Modrow und seine Kollegin Veronika Hörmann machten in ausgewählten Szenen aus Horváth-Stücken Lust auf das weitere Programm. Hörmann begeisterte auch mit ihrer Interpretation alter Schlager. Gabi Rudnicki, erste Vorsitzende der Ödön-von-Horváth-Gesellschaft, überreichte „drei längst überfällige Ehrenmitgliedschaften“ an die österreichischen Horváth-Wissenschaftler Dr. Nicole Streitler-Kastberger, Martin Vejvar und Prof. Klaus Kastberger.

Mit dem Auftritt von Georg Schramm, Haders Freund und Kabarettisten-Kollegen, den dieser sich als Laudator gewünscht hatte, erreichte der Abend seinen Höhepunkt. Auf Wunsch des Preisträgers gab er anstelle einer Laudatio „ein paar Geschichten aus dem Leben“ zum Besten. In der Rolle des hessischen Sozialdemokraten August plädierte er unter anderem dafür, dass die Alten ihre Enkel als lebende Schutzschilde zu den Friday-for-future-Demonstrationen begleiten sollten. Publikum und Preisträger waren begeistert, Hader dankte mit den Worten: „Eigentlich hätte Georg Schramm den Preis verdient. Wenn er auf der Bühne ist, ist Ödön von Horváth anwesend mit seinem Mitgefühl und seiner Empörung für die Figuren.“

Über ein volles Haus im Kultur- und Tagungszentrum freuten sich die Veranstalter auch bei der literarischen Revue „Tanz auf dem Vulkan“. Rudnicki und Georg Büttel, zweiter Vorsitzender der Horváth-Gesellschaft und Künstlerischer Leiter der Horváth-Tage, hatten die Texte – unter anderem von Horváth, Brecht und Kästner – ausgewählt. Birgit Minichmayr aus Wien und ihr Kollege Michael Grimm aus München interpretierten diese. Musikalisch untermalt wurden sie von Thomas Unruh an seinem Midi-Keyboard.

Weitere Termine: Samstag, 16. November, von 11 bis 14 Uhr „Horváth spontan“ in der Fußgängerzone mit Chiara Nassauer; Samstag von 15 bis 17 Uhr „Murnauer Horváth-Gespräche II“ unter anderem mit Julian Nida-Rümelin im Griesbräu, großer Saal; Samstag und Sonntag, 17. November, jeweils um 20 Uhr „Der Gang vor die Hunde“ im Kultur- und Tagungszentrum. Karten gibt es jeweils an der Abendkasse.

Von Kreisbote

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