Gut geeignet für Ausflüge in den Sommerferien: Die Klostergemeinde hat vor allem geschichtlich einiges zu bieten

Gemeinde Wessobrunn: Kultur inmitten der Natur

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Die „Heiligen Drei Quellen“ in Wessobrunn mit Blick auf die Pfarrkirche St. Johannes Baptist und den Römerturm.

Wessobrunn – Kaum haben die lang erhofften Sommerferien begonnen, heißt es für viele Schüler: Füße hoch legen und einfach einmal nichts tun. Das ist auch gut so, denn jeder braucht Erholung. Ist ein bisschen Zeit vergangen, kommt bei einigen jedoch Langeweile auf. Aber was macht man an einem Sommertag mit der ganzen Familie? Wer Lust auf Kultur in idyllischer Natur hat, für den wäre ein Ausflug in die Gemeinde Wessobrunn genau das Richtige.

Dass die Klostergemeinde allerhand zu bieten hat, zeigen unter anderem verschiedene Sehenswürdigkeiten, die eine jahrhundertelange Geschichte vorzuweisen haben. Die Pfarrkirche St. Johannes Baptist zum Beispiel wurde im Jahr 1757 unter Abt Beda Schallhammer (1743 bis 1760) errichtet. Wie es auf der Internetseite der Gemeinde heißt, können in ihr die drei Altäre aus Stuckmarmor, die Kanzel sowie die gesamte Stuckierung des Stuckateurs Tassilo Zöpf bewundert werden. Auch das viel verehrte Gnadenbild der „Mutter der Schönen Liebe“ ist einen Besuch wert.

Tritt man aus der Kirche heraus, so fällt sofort der große, dunkle Turm auf. Der „Graue Herzog“ oder auch „Römerturm“ genannt, ist das einzig erhalten gebliebene Gebäude aus der Zeit um 1250 und diente früher wahrscheinlich als Wehr- und Glockenturm. Gleich dahinter befindet sich das Kloster Wessobrunn. Sowohl der eindrucksvolle Prälatentrakt als auch der Tassilosaal sowie der Magdalenensaal können im Rahmen einer circa 45-minütigen Führung besucht werden.

Möglich ist das von April bis November mittwochs bis sonntags sowie an Feiertagen jeweils um 15 Uhr. In der Zeit von Mai bis Oktober können die Räume an Sonn- und Feiertagen auch um 14 Uhr besichtigt werden. Treffpunkt ist am Eingang zum Pfarramt. Anfragen und Anmeldungen im Pfarramt Wessobrunn unter Tel. 08809/222 oder wessobrunn@bistum-augsburg.de.

Ein paar Meter weiter gelangen Besucher zu den „Heiligen Drei Quellen“, die in Kreuzform zusammenfließen. Bis ins Jahr 1986 versorgten die drei Quellen neben dem Kloster auch den Ort Wessobrunn mit Wasser. Vom Brunnenhaus aus erstreckt sich ein kleiner Trampelpfad in Richtung Tassilolinde. Auf dem Weg dorthin kommt man an der Mariengrotte vorbei, die mit zwei kleinen Teichen und Bänken zu einer kurzen Rast einlädt. Auch die eindrucksvolle Tassilolinde, die sich etwas unterhalb der Klostermauer von Wessobrunn befindet, ist in jedem Fall sehenswert.

Interessant ist auch die Tatsache, dass das Wessobrunner Gebet das erste christliche erhalten gebliebene Gedicht in althochdeutscher Sprache ist. Zwar befindet sich das Originaldokument in der Staatsbibliothek in München, unterhalb des Gasthofes Zur Post kann jedoch der 1875 errichtete Gedenkstein mit dem Wessobrunner Gebet besichtigt werden.

Etwas außerhalb der Klostergemeinde, auf einer kleinen Anhöhe in Richtung Landsberg, erinnert die sogenannte Kreuzbergkapelle an jene Stelle, an der 955 sechs Mönche und Abt Thiento von den Ungarn erschlagen wurden. In der Kapelle kann zudem der Findling besichtigt werden, auf dem die Mönche enthauptet wurden. Neben den verschiedenen kulturellen Sehenswürdigkeiten lädt die Gemeinde auch zu entspannenden Spaziergängen inmitten der Natur ein. Bei Paterzell, einem der Ortsteile von Wessobrunn, befindet sich das letzte und größte zusammenhängende Eibenvorkommen, der Eibenwald, in Deutschland. Auf einem Pfad kommt man sowohl an jungen als auch an den älteren Bäumen dieser Art vorbei, von denen einige auf Hinweisschildern genauer erklärt werden.

Auch gibt es diverse Gaststätten sowie eine Bäckerei und ein Café. Dort haben Besucher die Möglichkeit zum gemütlichen Verweilen und können sich stärken.

Weitere Informationen gibt es unter www.wessobrunn.de.

Von Maria Lindner

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