Sandra Rößle zur Stellvertreterin von Bürgermeisterin Manuela Vanni gewählt

Rathausspitze in Frauenhand

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Bürgermeisterin Manuela Vanni (außen rechts) beim Fototermin mit den neuen Gemeinderäten und der neuen Vize-Rathauschefin: (v.l.) Sandra Rößle, Uli Mach, Peter Guffanti, Michael Hosse, Stephanie Träger, Werner Hoyer, Simon Mooslechner, Walter Wurzinger, Jürgen Forstner, Hans Fischer und Werner Haseidl.

Peißenberg – Mit einer Überraschung endete die konstituierende Sitzung des Peißenberger Gemeinderats: Politneuling Sandra Rößle (CSU/Parteilose) wurde auf Anhieb zur zweiten Bürgermeisterin und damit zur Stellvertreterin von Manuela Vanni gewählt – und das mit deutlicher Mehrheit.

Damit hätten wohl die wenigsten gerechnet: Weder CSU-Grande Stefan Barnsteiner noch Ortsverbandschef Walter Wurzinger schickten die Christsozialen ins Rennen um das zweite Bürgermeisteramt, sondern die parteilose Sandra Rößle, die erst bei den Kommunalwahlen im März den Sprung in den Gemeinderat geschafft hatte.

Die 39-jährige Rechtsanwältin ist kommunalpolitisch bislang noch ein unbeschriebenes Blatt, Insider beschreiben sie aber als durchsetzungsstark. Das bewies Rößle auch bei der Kampfabstimmung gegen SPD-Kandidat Robert Halbritter. Mit 16:8 Stimmen fiel das Votum des neu gewählten Gemeinderats mehr als deutlich aus. CSU/Parteilose hatten im Vorfeld der konstituierenden Sitzung offenbar gute Netzwerkarbeit betrieben – und sich hinter den Kulissen mit Bürgermeisterin Manuela Vanni und deren Peißenberger Liste verständigt. Das bestätigte auch Rößle am Rande der Sitzung: „Es hat themenorientierte Gespräche gegeben, aber es wurden keine Deals abgeschlossen“, so die neue Vize-Rathauschefin. 

CSU / Parteilose hätten signalisiert, „dass wir wahnsinnig gerne den zweiten Bürgermeister stellen würden und wir turnusmäßig auch wieder einmal dran wären.“ Auch sei mit der Peißenberger Liste eine Zusammenarbeit bei einzelnen Themen vereinbart worden. Gespräche, so Rößle, habe es allerdings auch mit den anderen Ratsfraktionen gegeben. Die Bürgervereinigung wiederum hatte zur Wahl des Vize-Bürgermeisters erst gar keinen Bewerber aus ihren Reihen nominiert. Dem Vernehmen nach soll Fraktionschef Ulrich Franz zwar in den Startlöchern gestanden, aufgrund der Allianz zwischen CSU/Parteilose und Peißenberger Liste allerdings auf eine Kandidatur verzichtet haben. 

In ihrer Rede zur konstituierenden Sitzung fand Vanni die für solche Anlässe üblichen Worte: Die Kommunalwahl sei eine „Persönlichkeitswahl“ und das Gemeinderatsmandat ein „hohes und wichtiges Ehrenamt“. Das Gremium müsse nun beweisen, dass es den Vertrauensvorschuss vom Wähler zurecht erhalten habe. „Ich bin mir sicher, dass alle an einem Strang ziehen wollen“, so Vanni, die künftig zur besseren Kommunikation regelmäßige Treffen mit den Fraktionssprechern abhalten will. Einen ersten, wichtigen Beschluss hat der neue Gemeinderat bereits gefällt: Demnach sollen die Sitzungen des Verwaltungsrats der Gemeindewerke künftig öffentlich über die Bühne gehen. Allerdings: Bei Themen wie zum Beispiel die Festlegung der Strompreistarife werden die Beratungen weiterhin hinter verschlossenen Türen stattfinden.

Von Bernhard Jepsen

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