Gemeinsam statt einsam – Genossenschaft für selbstbestimmtes Wohnen gegründet – Grundstück dringend gesucht

Selbstbestimmtes und nachbarschaftliches Wohnen liegt den fünf Gründungsmitgliedern der Genossenschaft am Herzen. Von links: Jürgen A. Weber, Christine Fremmer, Inge Schmidt-Winkler, Martin Okrslar und Guntram Windels. Foto: Privat

Trotz der Absage für den Bauplatz an Älblstraße und Eichenweg lässt sich Martin Okrslar von MARO-Zentrum in Ohlstadt nicht unterkriegen und setzt weiter auf das Projekt der „innovativen Wohnform“ für Demenzkranke. Nun gründete er, gemeinsam mit vier weiteren engagierten Mitstreitern, eine Genossenschaft in Weilheim.

Es traf Okrslar völlig unverhofft. Es wurden bereits Gespräche mit einem Notar geführt und der Baubeginn für die geplanten Demenz-WGs, in der 24 Personen wohnen sollten, rückte in greifbare Nähe. Doch dann machte ihm die Bauinnung Garmisch-Weilheim-Starnberg einen Strich durch die Rechnung: Auf dem freien Grundstück soll nun nicht die Wohngemeinschaft gebaut werden, sondern sechs Doppelhaushälften sollen entstehen. Nach erster Enttäuschung machte Okrslar dennoch weiter. „Da muss man zäh sein“, glaubt er jetzt noch mehr an das Kooperationsprojekt „Demenz-Wohngemeinschaften in Weilheim“, das er gemeinsam mit der Alzheimer Gesellschaft Pfaffenwinkel realisieren möchte. Vor allem die „wahnsinnige Unterstützung“, die er teilweise aus Bevölkerung und Stadtrat erhalte, sporne ihn an. „Den Schwung nehmen wir mit“, zeigt sich der Projektentwickler zuversichtlich. Dass es trotz der Absage weiter geht, zeigt auch die Gründung der Genossenschaft, die am 21. August in Weilheim besiegelt wurde. Unterstützt werden die Vorstände Okrslar und Inge Schmidt-Winkler von Christine Fremmer, Gründerin des gemeinschaftlichen Wohnprojekts „altinum“ in Schongau, dem Coach und ehemaligen Unternehmer Jürgen A. Weber aus Münsing und Guntram Windels aus Weilheim, einem emeritierten Juristen, der im sozialen Bereich viel Erfahrung hat: Weber leitete einen ambulanten Pflegedienst mit 650 Mitarbeitern. Vor allem, dass es künftig möglich ist „die Inhalte gut abzustimmen“, ist den Gründern wichtig. Der „Genossenschaft für selbstbestimmtes und nachbarschaftliches Wohnen eG“ kann nun jeder beitreten, der drei Anteile à 500 Euro kauft. Sowohl Mitglieder mit Interesse an einem Wohnplatz für sich oder Angehörige, aber auch alle anderen Anleger mit dem Wunsch nach einer sozial verantwortungsbewussten Geldanlage sollen angesprochen werden. Angestrebt sind innerhalb eines Jahres zwischen 80 und 90 Mitglieder. Eine etwa zweijährige Bauphase ist geplant. Zwei konkrete Interessenten für die entstehenden Wohngruppen gibt es bereits. Sobald die Räumlichkeiten vermietet werden, wird der „moderate Gewinn“ als sozial nachhaltige Dividende von bis zu vier Prozent an die Anleger ausgeschüttet. Vor allem in den ländlichen Regionen Bayerns sieht Okrslar ein Defizit an alternativen Wohnprojekten für SeniorInnen. Bereits jetzt leben in Bayern über 630 000 über 80-Jährige, unter ihnen auch 125 000 Demenzkranke. „Bis zum Jahr 2030 wird diese Zahl vermutlich um 64 Prozent steigen“, gibt der Jungunternehmer, der bereits mehrere derartige Projekte realisierte, zu bedenken. Zahlen, die die Notwendigkeit unterstreichen, bereits jetzt für ausreichende und langfristig bezahlbare Wohnplätze für Ältere zu sorgen. Bis es jedoch endlich so weit kommt, benötigt die Genossenschaft nun vor allem eines: ein geeignetes Grundstück oder eine passende Immobilie für diese Wohngemeinschaften. Zwar habe Okrslar bereits verschiedene Grundstücke im Visier, bisher sei er mit diesen aber „nicht so richtig glücklich“. Darum bittet er jeden, der ein Angebot hat, sich bei ihm unter der Tel. 08841/488 917 zu melden.

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