Eine kunstvolle Begegnung

Gemeinschaftskunstwerk soll versteigert werden

+
Über das gelungene Projekt freuen sich (v. li.): Kunsthistoriker Dr. Joachim Heberlein, Geschäftsführerin des MGH Monika Funk sowie die Künstler Gabriele Frosch und Frank „Freifrank“ Fischer.

Weilheim – Ein ganz besonderes Projekt haben sich die beiden Künstler Gabriele Frosch und Frank Frischer alias Freifrank einfallen lassen: jung, alt, gestandene Künstler, unsichere Laien – alle zusammen haben sie ein Kunstwerk geschaffen. Das entstandene Bild soll nun für einen guten Zweck versteigert werden.

Auf dem Gemeinschaftskunstwerk mit dem Titel „Begegnungen“ ist einiges los. Ein goldgelber Kreis hier, eine graue Schattierung dort. Farben, die ineinander greifen, Formen die sich zu einem Ganzen zusammenfügen. Jedes Mal, wenn man sich das Bild ansieht, kann man etwas Neues entdecken, was klar den Reiz ausmacht. Und natürlich die Tatsache, dass es die Ideen und die Kreativität von insgesamt 17 Menschen vereint.

Freifrank und Frosch haben während der Finissage ihrer Ausstellung „Begegnungen“ im vergangenen Dezember die Besucher dazu animiert, sich an dem Gemeinschaftsprojekt zu beteiligen. Die Idee schien gut anzukommen. Neben Künstlerkollegen haben sich auch Menschen beteiligt, die von sich selbst dachten „Ich kann nicht malen“, wie Frosch erzählt. Doch sie ist überzeugt: „Jeder ist kreativ.“

Frosch und Freifrank haben anfangs lediglich die Farben und ein paar Grundformen vorgegeben, „um die Angst vor der weißen Fläche zu nehmen“, wie Freifrank erklärt. Ansonsten waren die Beteiligten vollkommen frei. Es durfte gemalt und auch übermalt werden. „Das war eine Herausforderung zu akzeptieren, dass Dinge auch wieder verschwinden“, erinnert sich Frosch. „Jemand hat irgendwann einfach eine große weiße Fläche über einen Teil des bereits gemalten Bildes gemacht. Da ging erstmal ein Raunen durch den Raum.“

Bei dem Projekt ging es aber längst nicht nur um den künstlerischen Aspekt. Es hatte auch einen pädagogischen Wert, wie Freifrank berichtet. „In der heutigen Zeit wird das Thema Begegnung immer wichtiger. Man muss in Teams arbeiten und Dinge erzeugen, die besser sind, als das was ein Einzelner erschaffen könnte.“ Das gemeinschaftliche Erleben könne zudem auch genutzt werden, um die Erfahrung aus dem Projekt in den Alltag zu übertragen. „Lebenskunst“ nennt Freifrank das. „Was passiert, wenn ich Menschen im Alltag auch so offen und voller Akzeptanz begegne?“

Versteigerung

Rund drei Stunden hat es gedauert, bis das Kunstwerk fertig war. Frosch und Freifrank haben den Entstehungsprozess mit einem Zeitraffer gefilmt. Dieser rund zweiminütige Streifen soll im Mehrgenerationenhaus (MGH) gezeigt werden. Warum gerade da? Weil das Kunstwerk im Anschluss dort versteigert werden soll. Der Erlös geht ebenfalls an das MGH. Sehr passend, ist es doch auch ein Ort der Begegnung, wie Geschäftsführerin Monika Funk begeistert erzählt. Generationen übergreifend könnten sich die Menschen dort ausprobieren und dürften auch scheitern – genauso wie bei dem Kunstprojekt.

Das 100x100 cm große Gemälde sollte am 28. März versteigert werden. Die Veranstaltung musste aber abgesagt werden, es wird nach einem neuen Termin gesucht. Die Versteigerung soll dann Kunsthistoriker Dr. Joachim Heberlein übernehmen. Das Einstiegsgebot liegt bei 450 Euro.

Von Stephanie Novy

Bilder, Videos und aktuelle Ereignisse aus Ihrer Heimat: Besuchen Sie den Kreisboten Weilheim auch auf FACEBOOK.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Corona-Testzentrum Weilheim: Sieben von 818 Tests positiv
Corona-Testzentrum Weilheim: Sieben von 818 Tests positiv
Seeshaupt: Zaubergarten zum Staunen und Lernen
Seeshaupt: Zaubergarten zum Staunen und Lernen
Weilheimer Radverkehrsnetz: Arbeitskreis diskutiert über Hauptrouten
Weilheimer Radverkehrsnetz: Arbeitskreis diskutiert über Hauptrouten
Wetterschutzhütte am Rande des Murnauer Mooses der Öffentlichkeit übergeben
Wetterschutzhütte am Rande des Murnauer Mooses der Öffentlichkeit übergeben

Kommentare