General empfängt Fürstin Von Thurn und Taxis – "Wenn wir alle pleite sind, dann kommt der Chinese und kauft uns auf"

Am Stammtisch saßen (vorne v.li.) Nicola Förg, Petra Maier, Alexander Dobrindt sowie Harald Kühn, rechts von Gloria von Thurn und Taxis. Foto: Jepsen

Von

BERNHARD JEPSEN, Peißenberg – Ein wenig Skrupel überkam Ihre Durchlaucht dann doch noch: „Bitte nicht alles pointiert ins Internet stellen, sonst heißt`s gleich wieder: ‘Was hat’s denn da wieder g´sagt’“, wünschte sich Fürstin Gloria von Thurn und Taxis am Ende des CSU-Stammtisches in Peißenberg, zu dem der Kreisverband der Christsozialen am Sonntag-Vormittag eingeladen hatte. Gemessen am bisherigen Sprücherepertoire („Der Schwarze schnackselt gern“) verlief der fürstliche Auftritt im vollbesetzten Gasthof „Zur Post“ allerdings halbwegs moderat. Nur einmal schoss Thurn und Taxis kräftig übers Ziel hinaus, als sie von einem Besucher gefragt wurde, was sie denn an der CSU störe. Die Parteispitze dürfe nicht nur dem Zeitgeist nacheifern, sondern müsse auch das konservative Profil schärfen, urteilte die Fürstin und geriet in punkto „Familienpolitik“ in Rage: „Ihr könnt´s doch nicht immer nur den Homosexuellen nachlaufen“, echauffierte sich das CSU-Mitglied. „Die Familie ist ein Hort, in dem die geistig Gesündesten heranwachsen.“ Weniger provokativ fielen Thurn und Taxis` Einlassungen zum Thema „Finanzkrise“ aus. „Wenn wir alle pleite sind“, unkte die Fürstin, „dann kommt der Chinese und kauft uns auf.“ Ihr Heilmittel gegen die Krise: „Genügsam leben und sich nicht in den Konsumrausch reinreißen lassen.“ Der Adel habe es vorgemacht und schon vor 200 Jahren das Sparen gelernt: „Dann fliegt man halt mal nicht nach Teneriffa, sondern bleibt daheim und fährt zur Tante.“ Tiefgreifende Diskussionen waren beim Stammtisch also eher nicht zu hören. Das Hauptaugenmerk lag auf Unterhaltung, und so wurde über die neueste Dirndlmode ebenso philosophiert, wie über den Brillengeschmack von CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt. Die Veranstaltung war eine Kopie des „Sonntags-Stammtisches“ im Bayerischen Fernsehen. Dobrindt schlüpfte in die Rolle des Helmut Markwort als Moderator und gab die Themen vor. Krimiautorin Nicola Förg durfte über ihre Buchprojekte plaudern („Die nächste Leiche könnte im Kramertunnel liegen. Das ist ja ein Drama, was da passiert“), Garmisch Partenkirchens Landrat Harald Kühn das politische Gewicht Dobrindts analysieren („Das entwickelt sich umgekehrt zu seinem körperlichen“) und Peißenbergs TSV-Präsidentin Petra Maier ihren „Ärger der Woche“ loswerden. Der Löwen-Anhängerin missfiel die Transferpolitik des FC Bayern: „Da werden 40 Millionen für einen Spieler ausgegeben – und dann spielt der gerade mal 15 Minuten.“ Für die Wahlkampfparolen war indes die Fürstin zuständig: „Die einzig wählbare Partei ist die CSU“, stellte sie erwartungsgemäß fest. Und was sagte Ihre Durchlaut über die Piraten? „Wir können uns so einen Schmarrn nicht leisten.“

Auch interessant

Meistgelesen

Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben
Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben
"Der Tiger" ist wieder zu Hause
"Der Tiger" ist wieder zu Hause
Oberstadtlerfest in Bildern
Oberstadtlerfest in Bildern
Fast schon ein "Pflichttermin"
Fast schon ein "Pflichttermin"

Kommentare