Genies, Meister und Lehrlinge bei Krippenbaukurs 2019

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Die Krippenbauer 2019 mit ihren Kursleitern und der Krippenbeauftragten Brigitte Holeczek (Mitte).

Weilheim – Adventszeit ist die Hochzeit für Krippen in Deutschland und im Freistaat Bayern. Da bildet die Kreisstadt keine Ausnahme.

Ganz im Gegenteil. Sie nimmt sogar einen der vorderen Plätze ein. Nicht nur, dass in vielen Haushalten eine Familienkrippe aufgestellt wird, sie stehen auch in den Kirchen und im Bürgerheim. Darüber hinaus hat Weilheim aber in Sachen Krippen noch mehr zu bieten. Die Stadt hat sogar zur Adventszeit einen eigenen Krippenweg und seit Kurzem auch ein Krippenmuseum, dessen Vielfalt überregional Interessenten anzieht. Ja und dann gibt es noch seit 2012 jährlich einen Krippenbaukurs unter der Regie des Heimat- und Trachtenvereins. Was für seine Beliebtheit spricht: Der Kurs ist stets ausgebucht und die Warteliste für Krippenfreunde lang.

Am vergangenen Samstag wurden die sechs neugebauten Krippen der Öffentlichkeit vorgestellt und mit sechs weiteren Krippen ökumenisch gesegnet. „Ich muss euch vor dem Krippenvirus warnen. Es kann sein, dass heute der eine oder andere erwischt wird. Man bekommt ihn schnell und wird ihn schwer wieder los“, begrüßte Vereinsvorstand Martin Schwarzenbrunner launig die Gäste in der Aula der Hardtschule.

Die Krippenbeauftragte Brigitte Holeczek, liebevoll „Krippenmama“ genannt, zog letztmalig (sie gibt nach sechs Jahren ihre „Berufung“ ab) ein humoriges Resümee des Kurses 2019. Sie berichtete von „unsichtbaren Heinzelmännchen“ in der Werkstatt, Euphorie und Albträumen der Teilnehmer über eingerissene Dächer, nicht passende Fenster, Türen und vertiefte Eltern-Kind-Beziehungen, aber auch von messbaren Materialverbräuchen. So seien in ihrer „Amtszeit“ rund 40 Krippen gebaut worden. Dabei wurden unter anderem 250 Kilogramm Mörtel, etwa ein Kubikmeter Holz, 100 Liter Leimwasser, 150 Meter Kabelleitungen, 250 Lämpchen und 30 Liter Beize eingesetzt beziehungsweise verbraucht.

Pfarrer Corvin Wellner und Stadtpfarrer Engelbert Birkle fanden bei ihrer Segnung passende Worte. „Wenn wir die Krippen sehen, dürfen wir staunen. Es ist nicht das Sichtbare, sondern das über 2000-jährige Geheimnis, das in ihnen verborgen ist. Sie sind eine Quelle des Segens, für die, die sie betrachten. Danke für Ihre Werke.“ Dank an die Kursleiter wurde ebenfalls mehrfach geäußert. „Sie hatten viel Geduld mit uns, gingen auf uns ein und haben stets geholfen. Sie waren Genies, Meister und wir die Lehrlinge“, resümierte eine Kursteilnehmerin. Musikalisch begleitet wurde die Präsentation von der Ammertaler Hausmusik.

Von Georg Müller

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