Geothermie: Nach wie vor Skepsis – Lärmentwicklung und Versicherungsschutz waren Themen bei der Bürgerversammlung Bernried

Jens Kötting von der Ingenieurgesellschaft für Energie- und Umwelttechnik erklärte bei der Bernrieder Bürgerversammlung, wie die Versorgung der Gemeinden Bernried und Tutzings mit Fernwärme aussehen könnte und welche Vorteile sich daraus ergeben. Foto: Gsöll

Das geplante Geothermie-Kraftwerk verunsichert die Bürger nach wie vor. Wie sich vergangene Woche bei der Bürgerversammlung zeigte, machen sich viele Bernrieder vor allem über die Geräuschemissionen, die durch den Kraftwerksbetrieb entstehen könnten, Gedanken.

Baubeginn für das Geothermie-Kraftwerk am Standort „Höhenried West“ soll 2012 sein, so die derzeitige Planung von Lutz Stahl von der Firma BE Geothermal. Der Bauantrag dazu liegt dem Landratsamt Weilheim-Schongau bereits seit September diesen Jahres vor. Mit „Grünem Licht“ rechnet Stahl bis Mitte Februar 2011. Das Werk soll die Gemeinde mit 55 000 Megawattstunden Strom versorgen und außerdem über ein Fernwärmenetz 22 000 Megawattstunden Wärme für die Gemeinden Bernried und Tutzing zur Verfügung stellen. Die Vorteile dieser Wärmeversorgung und wie diese funktioniert erläuterte Jens Kötting von der Ingenieurgesellschaft für Energie- und Umwelttechnik den etwa 60 Anwesenden der Versammlung. Zur Diskussion standen auch die Erschütterungen, die bei den Bohrungen für das Kraftwerk auftreten. Gegen mögliche Schäden (Personenschäden, Umweltschäden und Bergschäden), die durch diese Bohrungen entstehen könnten sind die BE Geothermal und die Gemeinde Bernried versichert. Die BE Geothermal hat aktuell eine Gesamt-Versicherungssumme von 20 Millionen Euro. Über die Kommunale Haftpflichtversicherung bei der Bayerischen Versicherungskammer verfügt die Gemeinde Bernried über einen Versicherungsschutz in unbegrenzter Höhe. Zum Thema Geräuschentwicklung erklärte Stahl, dass ein Schallschutzgutachten auf eine deutliche Unterschreitung der zulässigen Grenzwerte hindeute. Unabhängig von rechtlich zulässigen Grenzen sei es das Ziel, die Geräuschentwicklung möglichst gering zu halten. Im Wohngebiet „Am Weidenbach“ werde ein leiser Pfeifton mit einer Stärke von 25 dB zu hören sein. „Das entspricht etwa der Lautstärke von Blätterrauschen, was vielleicht nicht störend ist. Aber ein hoher Ton in dieser Stärke ist auf Dauer Lärmbelästigung“, so der Einwand einer Anwohnerin. Wenn alles nach Stahls Plänen läuft wird das Geothermiekraftwerk im Jahr 2016 seinen Betrieb aufnehmen.

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