"Taaleri" statt "Enel"

Geothermie-Projekt in der Lichtenau: Neuer Mehrheitseigner

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Ist in puncto Geothermie-Projekt in der Lichtenau doch noch nicht das letzte Wort gesprochen?

Weilheim – Im Januar hatte der italienische Energiekonzern „Enel“ den Stadtrat mit der Nachricht überrascht, dass „Enel Green Power“ ihr Geothermie-Kraftwerk-Projekt in der Lichtenau voraussichtlich einstellen wird. Der Mehrheitseigner der „Erdwärme Bayern GmbH & Co.KG“ ist inzwischen ganz aus dem Gesellschafterkreis ausgeschieden.

„Taaleri“, ein finnischer Finanzdienstleister, informierte Bauverwaltungsleiter Manfred Stork die Stadträte, hat die Anteile von „Enel“ übernommen. Über die Fortführung oder Einstellung des Verfahrens in der Lichtenau könne noch keine Aussage getroffen werden. Auch das Bergamt habe auf Nachfrage erklärt, keine neuen Kenntnisse zu haben. Derzeit werden laut Stork auf der Baustelle Erkundigungen eingeholt, mit einer Entscheidung sei voraussichtlich im Mai zu rechnen. Grünen-Stadtrat Alfred Honisch hatte den aktuellen Stand des Erdwärme-Projektes in der Lichtenau hinterfragt, das einst als größtes Geothermie-Kraftwerk in Deutschland angekündigt worden war.

Wie berichtet, wurde das Vorhaben von der „Erdwärme Oberland GmbH“ vorangetrieben, nachdem sich die italienische Firma „Enel Green Power“ als Mehrheitsgesellschafter an dem Unternehmen beteiligt hatte. Bei den 2017 begonnenen Bohrungen bis in die Tiefe von über 5 000 Metern hatten die Messungen allerdings ergeben, dass dort die prognostizierte Temperatur des Wassers vorgefunden wurde, die Wassermenge aber deutlich unter dem erwarteten Wert zurückgeblieben war. Die Projektverantwortlichen zogen daraus den Schluss, dass unter diesen Bedingungen ein wirtschaftlicher Betrieb des Geothermie-Projektes nicht möglich sei.

Die Stadt Weilheim war an der Abnahme der Fernwärme interessiert. Die Investoren waren wegen ihres dürftigen Informationsflusses immer wieder kritisiert worden. Gegen den Bau des Geothermie-Kraftwerkes in der Lichtenau auf Wielenbacher Flur an der Stadtgrenze zu Weilheim hatte sich eine Bürgerinitiative gebildet. 

Von Maria Hofstetter 

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