Agenda bezieht Stellung

Zur geplanten Bebauung am Krumpperplatz

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Die Grafik zeigt den Bebauungsplan „Obere Stadt IIIb“, fünfte Änderung Krumpperplatz, im Vergleich „alt“ zu „neu“.

Weilheim – Die geplante Bebauung am Krumpperplatz sorgte in der Weilheimer Bevölkerung bereits für großen Unmut.

Nun meldet sich zu diesem Thema der AK Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen der Weilheimer Agenda 21 zu Wort. Mit dieser Änderung des Bebauungsplans solle das Maß der baulichen Nutzung im Geltungsbereich den „heutigen Erfordernissen“ angepasst werden. „Dabei wird der Bürgerwille leider in keiner Weise berücksichtigt“, teilt Peer Prechtel, Sprecher AK, mit.

Sowohl im Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) als auch im „Leitbild für Weilheim“, die beide mit intensiver Beteiligung der Weilheimer Bevölkerung erarbeitet wurden, würde lediglich eine maßvolle Verdichtung gefordert. „Durch den vorliegenden Entwurf hingegen wird der fragliche Bereich massiv zugebaut und eine der wenigen grünen Oasen im Stadtgebiet unwiederbringlich zerstört“, wie es in der Mitteilung heißt. Die geplante Bebauung sei derart massiv, dass laut der „beschönigenden Begründung“ das nach BauNVO zulässige Maß der baulichen Nutzung überschritten und die Einhaltung der gesetzlichen Abstandsflächen infrage gestellt werde. „Verglichen mit der ursprünglichen maßvollen Planung im Bebaungsplan von 1996/2009 soll die geplante Bebauung künftig zweieinhalb bis drei mal so massiv werden.“ Allein die überbaubare Fläche im neuen Bebauungsplan sei um circa 170 Prozent größer als bisher, kritisiert der AK.

Eine ausreichend große Grünfläche sei nicht nur für ein gesundes Klima und qualitätsvolles Wohnen wichtig; laut einer neuen Meta-Studie erhöhe urbanes Grün die Lebenserwartung signifikant. „Eine neben einer maßvollen Bebauung öffentlich zugängliche Grünfläche südlich des Krumpperplatzes könnte als erholsamer Treffpunkt für Bürger jeden Alters im gesamten Bereich Obere Stadt und Meisteranger dienen“, ist sich der AK sicher.

Es sei unbestritten, dass neuer Wohnraum geschaffen werden muss. Für den aktuell gültigen Flächennutzungsplan seien hierfür an drei Stellen über elf Hektar ausgewiesen worden. „Das Totschlagargument ‚bezahlbarer Wohnraum‘ rechtfertigt jedoch keine städtebaulichen Fehler und dauerhafte gravierende Nachteile für die Stadt und ihre Bevölkerung“, findet Prechtel deutliche Worte.

Der Arbeitskreis „Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen“ fordert deshalb, „die vorliegende Planung zu überdenken und das Maß der baulichen Nutzung im Interesse einer nachhaltigen Stadtentwicklung und zugunsten einer größeren Grünfläche um mindestens ein Drittel zu reduzieren“. Was für das künftige Wohngebiet „Nördlich der Geistbühelstraße“ geplant ist – ein Drittel der Fläche wird öffentlicher Grünanger –, sollte für den Krumpperplatz auch möglich sein. „Wir schlagen weiterhin vor, im nordöstlichen Gebäude ein Café-Restaurant mit Veranstaltungsraum und Garten vorzusehen. Diese Einrichtung würde die Begegnungsstätte beleben und könnte (Friedhofsnähe) entsprechende Feiern ausrichten.“

Sinn und Zweck des ISEK und vor allem des gemeinsam erarbeiteten Leitbilds für Weilheim sei, dass sich die Stadt/der Stadtrat bei seinen städtebaulichen Weichenstellungen an diesem orientiert. „Das Wohl der Stadt sollte (muss!) Vorrang haben vor der Gewinnmaximierung auswärtiger Investoren. Unsere gewählten Kommunalpolitiker müssen nachhaltigen Schaden von der Stadt und ihren Bürgern abwenden“, so Prechtel abschließend.

Von Kreisbote

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