Geplantes Nobelhotel am Haarsee: Stadtratsmehrheit stimmt für Einleitung des Verfahrens

Jetzt sind die Experten gefragt

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So ähnlich könnte ein künftiges Hotel und Resort Schloss Hirschberg aussehen.

Weilheim – Die Pläne eines Hamburger Investors, über dem Haarsee ein Hotel und Ressort im Luxusbereich zu errichten, stoßen bei einigen Stadträten auf große Skepsis. In ihrer jüngsten Sitzung war die Zustimmung zur Änderung des Flächennutzungsplanes gefragt, um das Verfahren einleiten zu können und von den Fachbehörden konkrete Aussagen zu erhalten. Acht Gremiumsmitglieder (Grüne, Freie Wähler, Wolfgang Mini) votierten dagegen.

Die Änderung des Flächennutzungsplanes ist die Voraussetzung dafür, dass in dem Areal um das denkmalgeschützte Schloss Hirschberg ein Sondergebiet für „Schlossanlage und Fremdenbeherbergung sowie Erholung und Freizeitgestaltung“ zugelassen werden kann. Wie bereits berichtet, sehen die Pläne ein Luxus-Gesundheitshotel mit 149 Doppelzimmern und Wellnessbereich im 5-Sterne-Standard vor, das circa 150 Mitarbeiter beschäftigen soll.

Im Interessenskonflikt zwischen Umweltaspekten und wirtschaftlichen Perspektiven sah sich Ingo Remesch (SPD) hin- und hergerissen. Wichtig zu erfahren sei nun, wie sich die Träger öffentlicher Belange zu den Plänen stellen. Auch seine Fraktionskollegin Petra Arneth-Mangano kündigte an, ihre im Bauausschuss geäußerte Zustimmung wieder zurückzuziehen, „sobald konkrete Einwände gegen die Planung vorliegen“.

Die im Landschaftsschutzgebiet gelegenen Bauvorhaben hätten eine völlige Umgestaltung des gesamten Areals zur Folge, kritisierte Grünen-Sprecher Alfred Honisch. Außerdem seien weder die künftige Verkehrsanbindung noch die Abwasserfrage geklärt. Dem Grünen-Sprecher ist es „ein Rätsel, was sich Weilheim von diesem weit hinter Marnbach gelegenen Projekt erhofft“.

Im Gegensatz zu ihren Vorrednern begrüßt die frühere Tourismusreferentin Uta Orawetz (CSU) die terrassenförmige Anlage mit großzügigem Spa-Bereich als „ganz große Chance für Weilheim“. Das Vorhaben würde „Geld in die Region bringen und saubere Arbeitsplätze schaffen“.

Für „schützenswert im höchsten Maße“ halten die Freien Wähler das Areal am Haarsee, für das die Stadt Weilheim die Planungshoheit hat. Die Fraktion sieht laut Walter Weber „die Natur als Favorit und nicht den Geldbeutel eines Investors“ und lehnt die Flächennutzungsplanänderung sowie jede weitere Planung ab. Weber wies in der Diskussion auf die Einwände aus Deutenhausen und Marnbach in der jüngsten Bürgerversammlung hin. Bürgermeister Markus Loth (BfW) entgegnete, dass der Bürgerwille im Zuge des formalen Verfahrens Berücksichtigung finden wird.

„Wir stehen erst am Anfang des Verfahrens“, gab CSU-Stadtrat Klaus Gast zu bedenken. Um abwägen und entscheiden zu können, müssten erst die Fakten auf dem Tisch liegen. Kollege Karl-Heinz Grehl von den Grünen begründete seine Ablehnung wie folgt: „Was wir jetzt an Natur am Haarsee haben, gibt es später nicht mehr.“ Für die BfW meldete sich vor der Abstimmung Dr. Claus Reindl zu Wort. Er monierte, dass die Skeptiker bereits ihre Schlüsse ziehen, bevor die entsprechenden Informationen vorliegen: „Wir sollten dem Projekt eine Chance geben“, appellierte Reindl.

Von Maria Hofstetter

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