Geplantes Wachstum

Die Stadt Weilheim soll wachsen. Als Richtwerte hatten sich die Stadträte auf jeweils zehn Hektar für Wohnbau- und gewerbliche Flächen geeinigt. Strittigster Punkt war im Stadtrat die Frage nach dem Standpunkt eines neuen Gewerbegebietes. Während die CSU sich für den Standort Eichtweide aussprach, ist das interkommunale Gewerbegebiet mit der Gemeinde Polling entlang der B 2 Favorit der Bürger für Weilheim (BfW).

Die Erschließung der Eichtweide für ein Gewerbegebiet sei laut Ute Wellhöfer, Landschaftsarchitektin, zu aufwändig. „Außerdem ist es nicht gut einsehbar“, sprach sie sich gegen das 6,6 Hektar große Areal aus. Klaus Gast, CSU-Fraktionssprecher, machte den Vorteil deutlich: „Wir haben das Grundstück mit Steuermitteln für die Stadt gekauft.“ Die notwendige Erschließung, so Heidrun Brugger (CSU) könne über eine Brücke erfolgen. Das sei kostengünstiger, als erst noch eine Gewerbefläche zu kaufen, wie es im Falle des interkommunalen Gewerbegebietes mit Polling notwendig wäre. „Wir haben Polling auf unserer Seite und die Straße existiert“, sprach sich Dr. Norbert Vidal (BfW) für das Gebiet im Weilheimer Süden aus. In einem Vertragsvorentwurf mit der Gemeinde Polling sollen nun die Rahmenbedingungen und Kosten für das Gemeinschaftsprojekt geklärt werden. Ebenso einigten sich die Stadträte darauf, die Erschließungskosten der Eichtweide zu prüfen. Als einziges Stadtratsmitglied sprach sich Uta Orawetz (CSU) gegen den Vertragsentwurf aus: „Man könnte glauben, ,jetzt haben wir den Fuß in der Tür’ und werden diesen Standort bevorzugen“, was nicht der Fall sei. Neben den beiden strittigen Orten sind in den Flächennutzungsplan zwei weitere Standorte in Weilheim hinzugekommen: ein 2,6 Hektar großes Areal am Leprosenweg und ein insgesamt 5,9 Hektar großer Bereich im Weilheimer Osten entlang der Deutenhauser Straße. „Wir sollten lieber großzügiger planen, so sind wir auf dem richtigen Weg“, sagte Rupert Pentenrieder (BfW) hinsichtlich der aufzunehmenden Wohnbauflächen in den Flächennutzungsplan. Vom Richtwert mit zehn Hektar wichen die Stadträte um 1,9 zusätzliche Hektar ab. „Ob zehn oder elf Hektar, das ist nicht schlimm“, brachte es Vidal auf den Punkt. 17 Flächen hatten zur Diskussion gestanden. Landschaftsplanerin Wellhöfer reduzierte die Zahl auf vier, indem sie unterschiedliche Aspekte berücksichtigt hatte. Auch hier sorgte die Eichtweide für Gesprächsstoff. Die CSU wollte ein 3,2 Hektar große Gebiet in den Plan mitaufnehmen. „Der Grundwasserstand ist sehr hoch und der Bereich ist dadurch sehr sensibel“, lehnte Wellhöfer die Eichtweide zur Wohnbebauung ab. Zudem sei das Areal im Jahr 1999 vom Hochwasser gefährdet gewesen, kritisierte Stadtbaumeister Wolfgang Frank. Das ließ Gast nicht als Argument gelten: „Wenn dort Hochwasser gestanden hätte, dann hätte das Wasserwirtschaftsamt das in seine Kartierung aufgenommen.“ Dies sei jedoch nicht der Fall, stimmte auch Wellhöfer zu. Harmonischer ging es dagegen bei den Flächen im Weilheimer Süden, entlang der Zugspitzstraße, zu. „Die BfW ist für fünf Hektar zu haben“, sagte Vidal. Dies erschien CSU und SPD jedoch zu groß. Schließlich einigten sich die Stadträte auf vier Hektar. Obwohl sich bei einem Areal in Unterhausen ein Grundstücksbesitzer weigert, seinen Grund und Boden herzugeben, nahmen die Stadträte – trotz Protest von Orawetz – die insgesamt zwei Hektar große Fläche in den Plan mit auf. „Im laufenden Verfahren kann er Widerspruch einreichen und versuchen, die Fläche herausnehmen zu lassen“, stellte Bürgermeister Markus Loth (BfW) klar. Weitere Flächen zur geplanten Wohnbebauung sind mit 2,9 Hektar am Gögerl und mit drei Hektar am Narbonner Ring festgelegt worden.

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