Kreisbote im Gespräch mit zwei Spielern der Weilheimer Basketballer und Trainer Darryl Millwood

Im Team die Bayernliga erobern

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Matthias Brenner und Alexander Thumser gehören zum Team der erfolgreichen Weilheimer Basketballmannschaft.

Weilheim – Für die erste Herrenmannschaft der Weilheimer Basketballer lief die Saison sehr gut: Die Meisterschaft in der Bezirksoberliga ist gewonnen und der Aufstieg in die Bayernliga in der kommenden Saison steht fest. Mit welchen Herausforderungen die Mannschaft konfrontiert war, was Basketball für die Spieler bedeutet und wie es weiter gehen soll, erzählten die beiden Spieler Matthias Brenner und Alexander Thumser sowie ihr Trainer Darryl Millwood im Gespräch mit dem Kreisboten.

20 Jahre ist es her, dass Thumser mit dem Basketballspielen in Weilheim begann. Nach Einsätzen für Münchner und Augsburger Mannschaften kehrte der 27-Jährige wieder nach Weilheim zurück. Auch der 22-jährige Brenner fing in Weilheim mit dem Spielen an, wechselte zwischendurch nach München und ist jetzt wieder Teil der Weilheimer Mannschaft. „Das ist auch so die Story des ganzen Teams“, erzählte Brenner. „Wir kannten uns bereits aus den unterschiedlichen Jugendmannschaften“ und so kam die Idee auf, dass „es toll wäre wieder zusammen zu spielen“. Ganz einfach war und ist dieses Unterfangen aber nicht, denn viele Spieler sind unter der Woche an ihren Studien- und Arbeitsorten in München, Innsbruck, Kempten, Würzburg und Ulm. Am Freitag kommt das Team dann zum gemeinsamen Training zusammen und an den Wochenenden sind dann die Spiele. „Da war viel Disziplin dabei, sonst hätte es mit dem Aufstieg nicht geklappt“, sind sich beide Spieler einig. „Es ist toll zu sehen, dass wir zwei Jahre diszipliniert zusammengearbeitet haben“, stellte Brenner fest und betonte, dass der Aufstieg „keine one man show war, sondern Teamwork“. „Für mich zumindest war es der erste Aufstieg und das ist schon was Besonderes“, freut sich Thumser über den Ausgang der Saison. „Das war letztes Jahr extrem hart, dass wir es so knapp nicht geschafft hatten“, blickt Brenner auf die verpasste Chance aus der Vorsaison zurück. Aber „da hat keiner aufgegeben. Im Gegenteil, alle waren motiviert“. Um so mehr wird der diesjährige Erfolg gefeiert, genau wie der Umstand, diesen mit Freunden, Familie und Fans teilen zu können.

Zu den Erfolgsgeheimnissen der Weilheimer Basketballer gehören ein ausgeprägter Teamgeist, Disziplin und ein großer persönlicher Einsatz der Spieler. „Die Mannschaft ist sehr talentiert und athletisch“, bescheinigt Trainer Millwood seinen Spielern. Insgesamt ist es eine junge Mannschaft, die von der Führung durch erfahrene Spieler profitiert. „Die Kombination aus Erfahrung und Respekt untereinander ist sehr groß“, so Millwood. So sehen das auch die Spieler: „Die Mischung bei uns ist gut“, bestätigt Thumser. Er und Brenner sprechen dem Team eine besondere „Tiefe“ und Zusammenhalt zu: „Manche Spieler hatten nur eine Minute im Auswärtsspiel auf dem Feld. Sie waren deswegen aber nicht sauer, sondern sofort da und haben viele Punkte geholt“, beschreibt es Brenner. „Wir haben zehn Spieler, die wir bei guter Laune halten, das ist die super Teamchemie“, ergänzt Thumser. Und wenn es im Spiel mal nicht so läuft, „dann motiviert man sich gegenseitig“.

Ein wichtiger Baustein für den Erfolg sind das Training und die Disziplin. Brenner: „Ich trainiere noch zwei Mal die Woche in München.“ Thumser: „Ich mache in Innsbruck viel Lauftraining und Kondition.“ „Ich glaube, keine Mannschaft der Liga hat so wenig gemeinsam trainiert wie wir“, meinte Brenner mit einem Lachen. Gerade deshalb ist es für die Weilheimer wichtig, sowohl sich selbst fit zu halten als auch am Freitagstraining konzentriert dabei zu sein. „Als Coach bin ich mit der Mannschaft glücklich“, erzählte Millwood. Doch wenn die Mannschaft über die Bayernliga hinaus möchte, „dann braucht es mehr Training“. „Für das, was sie Zeit haben, ist das Erreichte super.“

Eines ist den beiden Basketballern sehr wichtig: die Unterstützung der Fans. „Es war dieses wie letztes Jahr grandios, dass so viele Zuschauer da waren“, freute sich Brenner über die lautstarke Unterstützung bei den Spielen. „Das hat uns auch zum Aufstieg gebracht.“ Allen voran sei es Tobias Brüderle, der mit Musik für Stimmung sorge, bedankt sich der 22-Jährige für die Unterstützung. „Es macht wenig Spaß, gegen uns zu spielen, wenn die Fans dabei sind und die Stimmung gut ist. Wir hoffen, dass es in der nächsten Saison so weiter geht. Darauf zählen wir.“

Und wie soll es in der nächsten Saison weitergehen? „Das Ziel ist die Mannschaft zusammenzuhalten“, so Millwood und bestätigt, dass er sie weiterhin trainiert, „wenn alles so bleibt wie es ist“. „Das Team muss zusammenbleiben, das ist entscheidend“, erklärte auch Thumser. Natürlich haben beide Spieler als Ziel, in der Bayernliga zu bleiben und das am besten in der oberen Tabellenhälfte. „Viel wird auch von der guten Vorbereitung abhängen“, so der 27-Jährige. „Wir sind auch ein Team, das gerne neue Spieler aufnimmt“, setzte Brenner hinzu.

Wie auch immer die nächste Saison laufen wird, die Mannschaft hat gelernt, mit schwierigen Situationen auch im Spiel umzugehen. „Man merkt, dass das Team erwachsen geworden ist, dass eine Entwicklung stattgefunden hat. Wir haben diesmal auch knappe Spiele gewonnen. Etwas, das wir letztes Jahr nicht geschafft haben“, so Brenner. Als Beispiel dafür nennen die beiden das Heimspiel gegen die Hellenen München. Bei der Rückrunde – die Hinrunde war nach ihrer Meinung das schlechteste Spiel der Saison – lagen die Weilheimer kurz vor Schluss einen Punkt hinten. „Zwei, drei Sekunden vor Schluss hast du den Ball bekommen und einen Korb geworfen. Das war unsere Revanche“, erinnert sich Brenner mit Blick zu Thumser.

Was beide an Basketball fasziniert? „Es ist ein wahnsinnig schnelles Spiel, es fallen viele Punkte und es ist ein Mannschaftssport“, fasst Thumser zusammen. Brenner: „Es ist ein hoch taktischer Sport. Die Trainer spielen Schach und die Spieler sind die Schachfiguren. Die Mischung aus Athletik und Taktik macht es aus.“ Für Millwood liegt die Sache so: „Ich nutze das Talent der Spieler und versuche eine Taktik zu finden, die zu der Mannschaft passt. Ohne die Spieler kann ich nichts tun.“

von Melanie Wießmeyer

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