Abschlussbericht zu Umfrage ist fertig - Bewerbung für nächste Aktion läuft 

Wie gesund ist der Landkreis?

Allgemeiner Gesundheitszustand nach Geschlecht.

Landkreis – Sie treiben regelmäßig Sport, trinken nur gelegentlich Alkohol, rauchen nicht und gehen zu Vorsorgeuntersuchungen: Viele Bürger im Landkreis verhalten sich vorbildlich und sind fit. Das verdeutlicht auch der nun erschienene Abschlussbericht zum Projekt „Gesunder Landkreis“.

84 Prozent der Menschen im Landkreis bezeichnen ihren Gesundheitszustand als ausgezeichnet, sehr gut und gut. Das sind zehn Prozent mehr als in ganz Bayern. Dr. Karl Breu, Leiter des Gesundheitsamtes, sieht in dem Ergebnis, das im Rahmen der vom Staatsministerium für Gesundheit und Pflege geförderten Aktion ermittelt wurde, einen klaren Erfolg für die Anstrengungen des Gesundheitsamtes. „Seit über 30 Jahren werden hier Prävention und Gesundheitsförderung betrieben“, ist Breu stolz. Viele sinnvolle Ideen hätten die Mitarbeiter in dieser Zeit entwickelt und umgesetzt. Die Dezibel-Regelung für Veranstaltungen und auch das Neugeborenenscreening sowie Programme zur Suchtprävention seien beispielsweise solche Vorzeigeprojekte, die seit vielen Jahren wirksam laufen.

Vor zwei Jahren kam nun ein weiteres hinzu. Als einer von acht Landkreisen wurde Weilheim-Schongau auserkoren, als „Gesunder Landkreis“ in weiteren Vorhaben unterstützt zu werden. Doch zunächst musste ein Konzept erarbeitet werden. Schließlich wurde im Gesundheitsamt ein umfassender Fragenkatalog zusammengestellt. Breu und sein Team sahen sich vor einer großen Herausforderung. „So eine Befragung gab es noch nie“, die Fragebogen mussten erst „selbst zusammengezimmert“ werden.

Drei Varianten wurden schließlich verbreitet. Zunächst wurden alle Städte und Gemeinden gebeten, sich mit dem gesundheitlichen Zustand ihrer Orte auseinanderzusetzen. Dann folgten die „Gesundheitsanbieter“ wie Ärzte, Apotheken, Krankenkassen, Sportvereine, Fitnessstudios oder Heilpraktiker. Zuletzt durften die Bürger ihre Einschätzungen abgeben.

Vom Rücklauf waren die Organisatoren überwältigt. „Am meisten hat mich beeindruckt, dass sich die Befragten so damit auseinandergesetzt haben“, freut sich Breu. Bis auf Wessobrunn haben alle Orte mitgemacht. 30 Prozent der „Gesundheitsanbieter“ antworteten und 43 Prozent der 2 500 befragten Bürger füllten ihre Fragebögen aus.

Das sei ein sehr hoher Wert, bestätigt Christian Rindsfüßer vom Institut für Sozialplanung, Jugend- und Altenhilfe, Gesundheitsforschung und Statistik, der sich darum kümmerte, dass die Zahlen so erhoben wurden, dass sie auch repräsentativ und vor allem aussagekräftig sind. „Wir sind der einzige unter den acht ausgewählten Teilnehmern, der den ganzen Landkreis befragt hat“, sagt Breu zufrieden. Zwar habe sich die Umsetzung der anschließenden Projekte dadurch um ein Jahr verschoben, dafür sei eine solide Basis entstanden, aus der nun in vielen Bereichen ein Nutzen gezogen werden kann.

Von den Inhalten war Breu überrascht. „Ungewöhnlich positive Werte“ seien herausgekommen. In Sachen Alkoholkonsum, Rauchen, Bewegung, Gewicht, Vorsorgeuntersuchungen, ärztliche Versorgung und Zufriedenheit ergaben sich gute Werte, die sich oftmals positiv von Vergleichszahlen aus Bayern oder Deutschland abheben.

Runde Tische und konkrete Umsetzungen 

Weiter ging es dann in den vier Kommunen, die als Projektgemeinden ausgewählt wurden. Die Eberfinger, die Peitinger, die Huglfinger sowie die Weilheimer mussten sich in ihren Ratssitzungen erst einmal einigen, welche jeweiligen Schwerpunkte gesetzt werden sollen. Die Resultate fielen ganz unterschiedlich aus.

Um „Stressbewältigung, Bewegung und Moor“ sollte es in Eberfing gehen und das generationsübergreifend, spielerisch und nachhaltig. In enger Zusammenarbeit mit der Dorferneuerung wurden an der Bachquelle eine Natur-Kneipp-Anlage und ein Barfußpfad umgesetzt, sodass ein „Erlebnis- und Entspannungsort“ entstanden ist, der im Frühling eröffnet werden soll. In Huglfing lautete der Schwerpunkt „Ernährung und Bewegung für Jung und Alt“.Daraus resultierten unter anderem ein Bewegungsparcours, der „Tag der Gesundheit“ und eine Broschüre.

Weilheim hat in der Au bereits zahlreiche Wege zum Spazieren und Walken. Unter dem Punkt „Bewegung“ mit dem Fokus auf chronisch Kranke wurden hier nun drei Strecken ausgewählt – eine kleine, eine mittlere und eine große. Sie sollen in Zusammenarbeit mit dem Verschönerungsverein beschildert werden. Nach einem Aktionstag soll anfangs auch mit professioneller Unterstützung trainiert werden.

Mit „Bewegung im Alltag“ wurde das Spektrum in Peiting breit gelassen. Es umfasste beispielsweise die Aktion „Autofrei in den Kindergarten“, an der sich 190 Kinder mit ihren Eltern beteiligten. Auch ein Flyer mit Bewegungsangeboten für Senioren wurde erstellt. Zwei der Kurse sollen auch künftig weitergeführt werden.

Mehr Informationen und Veranstaltungen zum Thema Gesundheit wollen künftig alle Pilotgemeinden bieten. „Die Nachhaltigkeit ist wichtig“, betont Breu.

Das nächste Projekt muss wahrscheinlich auch gar nicht lange warten. Drei Tage nach der Ausschreibung hat sich der Landkreis für das Projekt „Gesundheitsregion plus“ beworben. Da die Zusagen nach der Reihenfolge der Anmeldungen ergehen, ist Breu „sehr zuversichtlich“. Sollte es klappen, sind weitere fünf Jahre Gesundheitsförderung, die finanziell vom Freistaat unterstützt werden, gesichert.

Alle Ergebnisse und Informationen zu Veranstaltungen rund um die Gesundheit gibt es auf www.gesundheitsregion-wm-sog.de.

Von Ursula Gnadl 

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