Corona-Hotline überlastet

Gesundheitsamt kann nicht mehr alle Anrufe zeitnah bearbeiten

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Gesundheitsamtsleiter Dr. Stefan Günther (links)  gibt Empfehlungen, wie sich die Bevölkerung in Sachen Corona verhalten sollte.

Landkreis – Der Ansturm auf die Corona-Hotline ist groß, so dass nicht mehr alle Anrufe zeitnah beantwortet werden können. Dr. Stefan Günther, Leiter des Gesundheitsamtes Weilheim, hat für häufige Fragen Empfehlungen parat.

– Reiserückkehrer aus Risikogebieten (Erwachsene): Für symptomfreie Reiserückkehrer aus Risikogebieten besteht keine Indikation zur Testung. Häufig gibt es eine Informationspflicht an den Arbeitgeber.

Es gibt jedoch keine Rechtsgrundlage, wonach ein Arbeitgeber eine Testung fordern darf. Tut er dies trotzdem, so muss er auch die Organisation des Tests beispielsweise über den betriebs-

ärztlichen Dienst veranlassen und gegebenenfalls die Kosten tragen.

– Reiserückkehrer aus Risikogebieten (Kinder): Man weiß zwischenzeitlich, dass es bei Kindern, anders als bei Erwachsenen, die nahezu immer symptomatisch sind, eine gewisse Anzahl symptomfreier Überträger gibt. Insofern gilt für rückkehrende Kinder aus Risikogebieten eine Allgemeinverfügung des Bayerischen Gesundheitsministeriums vom Freitag, 6. März 2020, wonach diese 14 Tage von Schule und KiTa zu Hause bleiben müssen. Eine separate Bescheinigung ist nicht notwendig.

– Die Klasse meiner Kinder wurde heimgeschickt? Bei der Abklärung von Verdachtsfällen (Kinder mit fieberhaften Erkrankungen) wird derzeit aus Vorsorgegründen die gesamte Schulklasse heimgeschickt, bis das Testergebnis vorliegt. Alle Informationen dazu werden von den jeweiligen Schulleitungen an die Klasse beziehungsweise die Eltern gegeben.

– Abklärung von Verdachtsfällen: Das Gesundheitsamt ist aktuell mit der Nachverfolgung von Kontaktpersonen zu nachgewiesenen Erkrankten ausgelastet. Verdachtsfälle, zum Beispiel mit grippalen Symptomen und Aufenthalt in dem Risikogebiet, müssen daher immer an die ambulante Versorgung verwiesen werden. Die Hausärzte sind aufgerufen, diese Testungen selbst durchzuführen oder über den Besuchsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung (Tel. 116 117) zu organisieren.

Vor Ansteckung schützen

Da das Virus mit handelsüblichen Reinigungsmitteln abgetötet wird, reicht intensives, 30 Sekunden langes Hände waschen mit Seife. Im Krankenhaus Weilheim tragen alle Klinik-Mitarbeiter einen Mundschutz. Vorsorglich wurde der Infektionsschutz auf die Geburtshilfe in Schongau ausgeweitet.

Unverständlich sind dem Gesundheitsamtsleiter Reaktionen von Bürgern gegenüber Patienten, die aus anderen gesundheitlichen Gründen in der Öffentlichkeit einen Mundschutz tragen müssen. Günther wurden Fälle von Stigmatisierung geschildert: „Die Gesellschaft sollte das nicht akzeptieren.“

Dass die Krankenhaus GmbH im vergangenen Jahr über 100 examinierte Krankenschwestern eingestellt hat, erweist sich in der aktuellen Situation als Segen. Pflegedirektorin Anne Ertel sieht die personelle Situation gut aufgestellt: Allerdings „kommen wir an unsere Grenzen, wenn wir Mitarbeiter in Quarantäne haben“.

Wegen des Coronavirus haben die Leitenden Oberärzte und Chefärzte der Krankenhaus GmbH zurzeit Urlaubssperre. Die Oberärzte müssen erreichbar und binnen 48 Stunden an ihrem Einsatzort sein. „Wir haben auf Ernst geschaltet“, begründete dies Prof. Dr. Dr. Reinhold Lang.

Von Maria Hofstetter

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