Landkreis will Chancengleichheit für alle Bürger in Sachen Gesundheit

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Landrätin Andrea Jochner-Weiß (von links), Benedikt Wiedemann und Petra Regauer von Gesundheitsregionplus bekamen von Iris Grimm von der Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit eine Urkunde für den Beitritt zum bundesweiten Partnerprozess überreicht.

Landkreis – Etwa acht Prozent der BürgerInnen des Landkreises Weilheim-Schongau sind von Einkommensarmut betroffen. Gerade diese Menschen sind es, die oft auch gesundheitlich benachteiligt werden. Landrätin Andrea Jochner-Weiß will das ändern – mit Hilfe des Partnerprozesses „Gesundheit für alle“.

„Einkommensschwache Menschen sind häufiger krank, das ist bewiesen“, erklärt die Landrätin. Als einkommensschwach gilt, wer über weniger als 60 Prozent des mittleren Netto-Einkommens der Gesamtbevölkerung verfügt.

Sicherlich spielen dabei auch Bildung und Wissen eine große Rolle. Welche Vorsorgeuntersuchungen sind wichtig? Wer zahlt bestimmte Behandlungen? An wen muss ich mich wenden?

Genau hier setzt „Gesundheit für alle“ an. „Gesundheitliche Chancengleichheit in Deutschland verbessern und die Gesundheitsförderung bei sozial benachteiligten Gruppen unterstützen“ – das ist das Leitziel des bundesweiten Partnerprozesses.

Doch wie genau will der Landkreis das erreichen? Hier kommt die Gesundheitsregionplus ins Spiel. Mitarbeiterin Petra Regauer erklärt, dass es bereits viele Behörden und Ämter als Anlaufstelle gebe. Familienbüro, Sozialamt, Seniorenfachstelle und viele weitere. „Da soll jetzt nichts Neues dazukommen.“ Vielmehr gehe es darum, die „Kräfte zu bündeln, um mehr zu bewirken“.

Im April ist laut Regauer eine gemeinsame Einführungsveranstaltung für die Behörden und Ämter geplant. Das Ziel: „Die Akteure sollen sich kennenlernen, mehr über die Arbeit des anderen erfahren.“ Dadurch könnten die einzelnen Akteure später ihre Klienten an die richtige Stelle verweisen und ihnen ihre Ansprechpartner nennen.

Bereits 2011 ist das Bundesprojekt „Gesund aufwachsen für alle“ ins Leben gerufen worden. Es richtete sich an Kinder und Jugendliche. 2015 wurde der Name in „Gesundheit für alle“ geändert – es sollen jetzt jedes Alter und verschiedene Gruppen angesprochen werden: Kinder und Jugendliche, Senioren, Arbeitslose, Geflüchtete. Initiiert wurde es von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Deutschlandweit gibt es mehr als 60 Partnerkommunen, in Bayern sind es jetzt mit Weilheim-Schongau 19. Die Kommunen können sich über ein Portal auch online über Erfahrungen, Probleme und Lösungen austauschen.

Von Stephanie Novy

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