Gesundheitsamtsleiter Dr. Breu verabschiedet sich in die Altersteilzeit

Stolz, aber auch Wehmut

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Anderthalb Stunden referierte Dr. Karl Breu beim „Abschlusspressegespräch“ über Schwerpunktthemen seiner 28-jährigen Amtszeit. Großes Lob gab es dabei von Andrea Jochner-Weiß: „Karl Breu hat in seiner beruflichen Karriere neue Messlatten aufgelegt.“

Weilheim – Der zurückliegende Jahreswechsel war auch für die berufliche Laufbahn von Dr. Karl Breu eine Zäsur:

Der Leiter des Gesundheitsamts im Landkreis bleibt zwar formal bis zum Mai 2018 der Behördenchef, allerdings hat er mit Wirkung zum 1. Januar die Freistellungsphase seiner Altersteilzeit angetreten. Nur noch bei personellen Engpässen wird der 64-jährige Pollinger an seinen Schreibtisch im Gesundheitsamt zurückkehren.

Grund für das etwas ungewöhnliche Konstrukt – eine Nachfolgeregelung für den Leitungsposten gibt es noch nicht – ist der Umstand, dass Breu im Laufe der Jahre Unmengen an Überstunden sowie ungenutzte Urlaubstage angehäuft hat. Vor allem im Zuge des Flüchtlingszustroms war Breu quasi im Dauereinsatz. 2015 mussten bei den ankommenden Asylbewerbern in der Erstaufnahmeeinrichtung in Penzberg die gesundheitlichen Erstuntersuchungen und Impfungen vorgenommen werden: „Auf diesen Ansturm waren wir nicht vorbereitet“, erinnerte sich Breu anlässlich einer „Abschlusspressekonferenz“ an die schwierige Situation: „Das war logistisch schon ein relativ großer Aufwand.“ Insgesamt war Breu 28 Jahre lang für das Gesundheitsamt verantwortlich. Der gebürtige Ingolstädter und sein Mitarbeiter-Team initiierten viele Pilotprojekte, die auch über die Landkreisgrenzen hinaus Beachtung fanden – vor allem im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention. Im Kampf gegen das Rauschtrinken bei Jugendlichen entwickelte die Behörde zum Beispiel mehrere Aktionen („No alc for kids“, Wir geben Halt“), mit denen sie 2013 sogar einen Bundespreis einheimste. Auch das inzwischen bayernweit übernommene „Hörscreening“ bei Neugeborenen geht auf eine Initiative des Gesundheitsamts in Weilheim zurück: „Das war ein Erfolg, der mich unheimlich gefreut hat“, resümierte Breu.

Großes Thema in seiner Amtszeit war zudem die Umwelt- und Trinkwasserhygiene: „In diesem Bereich haben wir hohe Qualitätsstandards erreicht. Chemisch haben wir keinerlei Probleme“, so Breu, der seinen beruflichen Ruhestand „mit einem gewissen Stolz, aber auch mit Wehmut“ angeht: „Ich hatte fast immer optimale Arbeitsbedingungen und stets die politische Unterstützung.“ Um die Zukunft der Behörde, die vor ein paar Monaten in das Sparkassengebäude an der Eisenkramergasse umgezogen ist, sorgt sich Breu nicht: „Es ist nicht der Name Karl Breu, der das Gesundheitsamt ausmacht, sondern die vielen aktiven Mitarbeiter. Ich bin überzeugt, dass es gut weiterlaufen wird.“

Landrätin Andrea Jochner-Weiß, die ebenfalls am Pressegespräch teilnahm, lobte den Ruheständler in spe als „vorbildhaften Leiter des Gesundheitsamtes“. Breu habe es verstanden, auch „ungeahnte Krisen“ wie den Asylbewerberzustrom „hervorragend“ zu meistern: „Er hat eine Fülle an Themen bearbeitet und dabei nichts ausgelassen. Er hat keine Krankheit vergessen“, so Jochner-Weiß über ihren CSU-Parteikollegen. Breu ist Mitglied im Kreisvorstand der Christsozialen. Das Amt wird er ebenso behalten wie den Vorsitz im ärztlichen Kreisverband, das Delegiertenmandat zur Landesärztekammer und die Vertretungsvollmacht zum deutschen Ärztetag.

Als Leiter des Gesundheitsamts soll Breu offiziell im Mai 2018 verabschiedet werden. Bis dahin wird auch die Nachfolge geklärt sein. Ob der bisherige stellvertretende Amtsleiter Dr. Stefan Günther dann in Breus Fußstapfen treten wird? „Das ist nicht ausgeschlossen“, sagte Jochner-Weiß.

Von Bernhard Jepsen

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