Natürliche Gewässersanierung in der Weilheimer Au zeigt Wirkung

Mann schüttet Wasser aus einem Eimer in Weilheimer Au-Weiher.
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Die Einbringung der natürlichen Mittel erfolgt wöchentlich über die gesamten Wasserläufe und den Hauptteich verteilt.

Weilheim – Seit April 2020 wird in der Weilheimer Au das naturkonforme Sanierungskonzept der Augsburger NaturSinn International KG umgesetzt. 

Aufgrund der bislang positiven Entwicklung setzt die Stadt die Maßnahme jetzt fort. Zweite Bürgermeisterin Angelika Flock, dritter Bürgermeister Alfred Honisch und Bauamtsmitarbeiterin Monika Pierson trafen sich anlässlich der ersten Behandlung in 2021 mit NaturSinn-Geschäftsführer Frank Servos vor Ort, um sich über den aktuellen Stand zu informieren.

Das Hauptaugenmerk für die Verbesserung liegt auf dem großen Auweiher und dem Hauptwasserlauf. Der Weilheimer Dienstleister Andreas Baller, der mit der wöchentlichen Einbringung der Präparate beauftragt ist, demonstrierte die Vorgehensweise und berichtete von seinen Beobachtungen im vergangenen Jahr. „Wenn ich mit meinen Watstiefeln ins Wasser ging, musste ich zu Beginn der Behandlung noch richtig Kraft aufwenden, um wieder aus dem Schlamm herauszukommen. Mittlerweile klappt das wesentlich leichter, die Konsistenz ist spürbar weniger kompakt. An einigen Stellen sieht man bereits sogar wieder den Grundkies“, erklärt Baller. Er ist überzeugt von der Methode und vielen Besuchern der Au bereits bekannt: „Geht´s wieder weiter? Das ist gut, denn der Krautwuchs im Teich war letztes Jahr deutlich geringer und das Wasser klarer“, so ein Spaziergänger im Vorbeigehen. Eine Hundebesitzerin berichtete Baller, dass sie ihren Vierbeiner nach dem Baden im Wasser zuhause sonst immer abduschen musste, damit er nicht stinkt. Das sei nun nicht mehr nötig. Generell habe der Modergeruch in der Au in den wärmeren Monaten abgenommen. Für noch größere Erfolge und die weitere Reduzierung des Schlamms ist aber weiterhin Geduld angesagt.

Besorgten Fans des Biotops könne versichert werden, dass das eingebrachte Material natürlichen Ursprungs und völlig unbedenklich ist, wie Erster Bürgermeister Markus Loth mitteilt. Es handelt sich um bio-physikalisch aufbereitetes Quarzmehl, das die im Gewässer vorhandene, heimische Mikrobiologie aktiviert. Der dadurch gesteigerte Stoffwechsel der fleißigen „Helferlein“ führt schließlich zur Abreicherung des überschüssigen Nährstoffangebots. Die über Jahrzehnte entstandene Sedimentschicht am Gewässergrund – die hauptsächliche Altlast – wird von den Kleinstlebewesen mineralisiert und schrittweise abgebaut.

Unverständnis zeigten die Stadtvertreter hingegen für das Verhalten einiger Zeitgenossen, die nach Brotzeit oder nächtlicher Feier wohl nicht mehr willens oder in der Lage sind, ihren mitgebrachten Müll in die bereitstehenden Mülleimer zu entsorgen. Leere Flaschen, zum Teil in Scherben zerbrochen, sowie zahlreiche Zigarettenkippen landen zum Leidwesen der Tiere sowie der zahlreichen achtsamen Aubesucher oft im Gewässer.

Von Kreisbote

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