Gute Wasserqualität im Landkreis

Behörden und Vertreter der Landwirtschaft informieren über Maßnahmen zum Gewässerschutz

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Josef Friedl (mit Spaten), Wasserberater vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Pfaffenhofen, erläutert Landrätin Andrea Jochner-Weiß (Mitte) und Behördenvertretern die Bedeutung einer gut durchwurzelten Bodenkrume für den Gewässerschutz.

Fischen/Pähl – Welchen Beitrag leistet die Landwirtschaft zum Gewässerschutz? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Pressegesprächs, das vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) gemeinsam mit dem Wasserwirtschaftsamt auf dem landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Pentenrieder in Fischen anlässlich des Weltwassertages 2018 veranstaltet wurde.

Gigantische Güllefässer, die großflächig stinkende Brühe auf die landwirtschaftlichen Flächen verteilen und immer wiederkehrende Pressemeldungen über zu hohe Nitratwerte im Trinkwasser führen dazu, dass es mit dem Image der Landwirtschaft nicht zum Besten bestellt ist. Die zuständigen Behörden im Landkreis nahmen daher den am 22. März ausgerufenen Weltwassertag zum Anlass, über den Zustand der Gewässer im Landkreis und die Maßnahmen zu berichten, die seitens der Landwirtschaft ergriffen werden, um eine hervorragende Wasserqualität zu erhalten.

Roland Kriegsch, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Weilheim, gab anhand von Schautafeln einen Überblick über den Zustand von Grundwasser und Gewässern im Landkreis Weilheim-Schongau. Hinsichtlich der Qualität des Grundwassers konnte er Entwarnung geben: „Laufende Untersuchungen zu Chemie und Biologie ergeben flächendeckend eine gute Wasserqualität“, war sein Fazit. Die Grenzwerte von 50 Milligramm Nitrat/Liter und 0,1 Mikrogramm Pflanzenschutzmittel/Liter werden in keinem Fall erreicht. Handlungsbedarf bestehe jedoch bei der Struktur der Fließgewässer. Diese sei geprägt durch Eindeichungsmaßnahmen und Sohlfixierungen, die nach dem Ersten Weltkrieg errichtet wurden, um möglichst viel Fläche für die Nahrungsmittelproduktion zu erhalten. Dadurch seien die Wander- und Ablaichmöglichkeiten für viele Fischarten beeinträchtigt worden.

Dr. Stefan Gabler, Behördenleiter des AELF Weilheim, gab einen Überblick über die landwirtschaftliche Nutzung im Landkreis und ihren Einfluss auf die Wasserqualität. Seinen Ausführungen zufolge bewirtschaften derzeit circa 1 700 Landwirte mit 48 000 Hektar etwa die Hälfte der Gesamtfläche, davon werden 90 Prozent als Grünland genutzt. „Die Landwirte haben bereits in der Vergangenheit gewässerschonend gewirtschaftet, sonst wäre der gute Gewässerzustand jetzt nicht vorhanden“, bescheinigte er den örtlichen Bauern einen verantwortungsvollen Umgang mit ihren Flächen. Wichtig seien eine möglichst lange Bodenbedeckung mit Pflanzen und eine gute Durchwurzelung des Bodens, da hierdurch eine Ausschwemmung von Nährstoffen verhindert werde. Ebenso müsse eine bedarfsgerechte Düngung durchgeführt werden, die nur so viele Nährstoffe ausbringe, wie von den Pflanzen aufgenommen werden können.

Josef Riedl, einer der 37 Wasserberater an den bayerischen Landwirtschaftsämtern, berichtete über die Aufgaben seines Fachbereiches. Dieser sei vor neun Jahren eingerichtet worden, um den Praktikern vor Ort Hilfestellungen bei der Umsetzung einer wasserschonenden Wirtschaftsweise zu geben. Hierzu würden Schulungen im Rahmen der landwirtschaftlichen Ausbildung, Feldbegehungen und individuelle Beratungen gehören. Auf vorbildlich arbeitenden Demonstrationsbetrieben könnten sich die Landwirte weitere Informationen und Anregungen holen.

Hubert Pentenrieder, auf dessen Betrieb das Pressegespräche stattfand, ergänzte die Ausführungen der Behördenvertreter mit seinen praktischen Erfahrungen. So wird auf seinen Flächen der Stickstoffbedarf durch eine jährliche Analyse des Stickstoffgehaltes im Boden ermittelt; eine breit aufgestellte Fruchtfolge und eine ganzjährige Bodenbedeckung durch Zwischenfruchtanbau sind für ihn ebenfalls wichtige Komponenten einer gewässerschonenden Wirtschaftsweise. Der eigene Wirtschaftsdünger ist für ihn kein lästiges Nebenprodukt, das entsorgt werden muss, sondern ein wertvolles Düngemittel.

Landrätin Andrea Jochner- Weiß bedankte sich in ihrem Schlusswort für die „vorbildliche“ Arbeit von Landwirt Pentenrieder und bei den Behördenvertretern für die Zusammenarbeit bei der Behebung von Schwachpunkten auf Landkreisebene. „Bayern nimmt hinsichtlich des Gewässerschutzes europaweit eine Vorreiterrolle ein“, lobte sie den Zustand der bayerischen Gewässer.

emh

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