Gewerbegebiet Peißenberg-Ost

Planungen auf Eis gelegt

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Das geplante Gewerbegebiets zwischen Pollinger Straße und Guggenbergtunnel.

Peißenberg – Kommt es oder nicht? Das geplante „Gewerbegebiet-Ost“ sorgte zuletzt in Bauausschuss und Marktrat für hitzige Diskussionen. 

Hans Streicher, SPD-Bürgermeisterkandidat, der das Planverfahren beschleunigen wollte und einen Aufstellungsantrag für einen konkreten Bebauungsplan gestellt hatte, wurde für seinen Vorstoß sogar mit Populismus-Vorwürfen abgekanzelt. Fazit: Die Planungen sind zunächst auf Eis gelegt.

Obwohl bislang nur als Vorplanung skizziert, ist das „Gewerbegebiet-Ost“ zwischen Guggenbergtunnel und Pollinger Straße längst Politikum. Von den vier Bürgermeisterkandidaten steht Streicher uneingeschränkt hinter der Ausweisung des Gebiets. Manuela Vanni (Peißenberger Liste) und Stefan Rießenberger (Bürgervereinigung, PBV) wollen ebenfalls im Osten Peißenbergs Gewerbe ansiedeln, aber zunächst die Grundstücksverhandlungen abwarten. Petra Maier (CSU/Parteilose) weiß noch nicht, ob sie überhaupt ein „Gewerbegebiet-Ost“ haben will. Zunächst müsse der Bedarf geklärt werden, ließ sie wissen. Der Knackpunkt: Vier der fünf Grundbesitzer möchten das Gelände weiter landwirtschaftlich nutzen und lehnen einen Verkauf ihrer Flächen ab.

Bürgermeisterin Vanni, CSU/Parteilose und PBV sprachen sich gegen die Aufstellung eines Bebauungsplans aus. CSU/Parteilose meldeten Bedenken wegen des finanziellen Aufwands für die Erschließung an: „Eine genaue Berechnung der Kosten hat noch nicht stattgefunden“, monierte Fraktionssprecherin Maier im Marktrat. Vanni verkündete, dass die Verhandlungen mit den Grundeigentümern vermutlich „in zwei bis drei Monaten abgeschlossen“ werden könnten. Über das Gewerbegebiet könne der Marktrat dann im Juni/Juli entscheiden.

Auf das Tempo bei den Planungen wollte die SPD drücken. „Wir müssen uns endlich auf die Hinterbeine stellen. Ich möchte nicht, dass Peißenberg zur Schlafstadt wird“, erklärte Peter Blome. Zwar werde die Erschließung Geld kosten, dafür würden am Ort aber auch Arbeitsplätze geschaffen: „Das Gewerbegebiet bringt uns also was“, bilanzierte Blome. Hans Streicher verwies zudem auf die bereits bestehende und vom gesamten Marktrat verabschiedete Rahmenplanung, für die immerhin 40 000 Euro investiert worden seien. „Das Logischste“ wäre es laut Streicher nun, das Verfahren fortzusetzen und die Verhandlungen mit den Landwirten parallel dazu laufen zu lassen. So würde man keine Zeit verlieren, denn: „Wir haben ansonsten keine gemeindlichen Gewerbeflächen in Peißenberg. Wenn ein Betrieb kommt und sich ansiedeln will“, so Streicher, „dann müssen wir ihn weiterschicken.“

Seinen Antrag für die Aufstellung eines Bebauungsplans zog Streicher allerdings zurück – mangels Erfolgsaussichten: „Eine vernünftige, sachbezogene Diskussion ist derzeit leider nicht möglich“, bedauerte Streicher: „Ich behalte mir aber vor, den Antrag nach der Wahl nochmals zu stellen.“

Von Bernhard Jepsen

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