Planungen für „Gewerbegiet-Ost“ sorgen nach wie vor für Diskussionsstoff

Noch keine Einigung in Sicht

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Eine Plakattafel an der Pollinger Straße zeigt deutlich, was die Grundeigentümer von den Gewerbegebietsplänen halten. Im Hintergrund ist das Ortstermintreffen zu sehen.

Peißenberg – Eine vorsichtige Annäherung zwischen Grundeigentümern und Gemeindevertretern, aber auch die Erkenntnis, dass es sehr wahrscheinlich keine schnelle Lösung im Konflikt um das „Gewerbegebiet-Ost“ geben wird. 

Das ist das Fazit eines Ortstermins, zu dem die Peißenberger Rathausverwaltung Anfang der Woche eingeladen hatte.

Nach wie vor gehen die Meinungen über das geplante Gewerbegebiet am östlichen Ortsrand zwischen Umgehung und Pollinger Straße fundamental auseinander: Während Bürgermeisterin Manuela Vanni und große Teile des Gemeinderats mit Hinweis auf die Stärkung des Wirtschaftsstandorts die Notwendigkeit für eine Gewerbegebietsausweisung sehen, fürchten die sechs Grundeigentümer um den Bestand ihrer landwirtschaftlichen Nutzflächen. Durch die beabsichtigte Aufstellung eines Bebauungsplans und die Ankündigung eines Umlegungsverfahrens bezüglich der Grundstücke fühlen sich die Voll- und Nebenerwerbslandwirte unter Druck gesetzt. 

„Das ist moderne Enteignung“, kritisierte Martin Härtle beim Ortstermin das Vorgehen der Gemeinde ebenso wie Stefan Schwaller: „Wenn das Umlegungsverfahren kommt, dann können wir unseren Grund gleich herschenken.“ Was den sechs Grundstücksbesitzern sauer aufstößt, ist neben der Dimension des geplanten Gewerbegebiets (16 Hektar) der Umstand, dass die Gemeinde bislang nur sieben Hektar als Tauschfläche angeboten hat. „25 bis 30 Hektar als Rückkaufsangebot – das wäre fair gewesen“, echauffierte sich Leonhard Schleich. Die Gemeinde hat es seiner Meinung nach jahrelang versäumt, entsprechende Tauschflächen anzukaufen: „Und das sollen wir jetzt ausbaden.“

Dennoch: Trotz der verhärteten Fronten gab es zumindest leichte Signale der Kompromissbereitschaft. CSU / Parteilose-Gemeinderat Werner Haseidl („Wir dürfen nichts brachial überstülpen“) schlug vor, die Planfläche von 16 auf zehn Hektar zu reduzieren und davon zunächst auch nur die Hälfte zu erschließen. „Ihr habt nur dann eine Chance, wenn ihr die Rahmenbedingungen für die Tauschflächen schafft“, erwiderte Schleich – allerdings: „Da müsst ihr aber erst einmal zehn Jahre dran arbeiten, bis ihr die Flächen herbekommt.“ In die gleiche Kerbe schlug Martin Härtle: „Momentan ist weit und breit kein landwirtschaftlicher Boden zu bekommen. Der Druck durch die Biogasbetreiber wird immer größer.“ 

Eine Standortalternative brachte schließlich Stefan Barnsteiner (CSU) ins Spiel, indem er auf das angrenzende und vor Jahren bereits diskutierte Areal zwischen der Pollinger und Weilheimer Straße verwies. Dort würde es zwar 18 Eigentümer geben, die Grundstücke seien dort aber kleiner parzelliert und der Wegfall als Nutzfläche für die Landwirte eventuell leichter zu verschmerzen: „Ich glaube, dort würden wir uns leichter tun“, mutmaßte Barnsteiner.

Von Bernhard Jepsen

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