Es stehen Existenzen auf dem Spiel

Gewerbevertreter fordern Soforthilfe für den Handel

Vertreter der Gewerbevereine in der Tölzer Fußgängerzone
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Vertreter der Gewerbevereine aus der ganzen Region fordern Soforthilfe.
  • vonStephanie Novy
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Region/Weilheim – Die Unterzeichner der Resolution „Wir bluten aus!“ haben sich in Bad Tölz versammelt: Dort gaben sie ihre Forderungen an die Regierung kund.

Initiiert wurde die groß angelegte Aktion von Monika Uhl, der Vorsitzenden des Gewerbevereins Pro Innenstadt Penzberg. Die Teilnehmer aus dem gesamten Oberland fordern eine Soforthilfe von der Staatsregierung für die regionalen Innenstädte.

Bisher unterzeichneten 28 Institutionen aus der ganzen Region das Schriftstück, adressiert an Ministerpräsident Markus Söder und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger. Die unterzeichnenden Gewerbevereine vertreten insgesamt 2 235 Unternehmen. Vor Ort war zum Beispiel Jana Krivanek vom Standortförderungsverein Weilheim. Ebenfalls an der Resolution beteiligt hat sich der Aktionskreis Innenstadt Weilheim. Mit ernster Miene erklärte Uhl in ihrer Eröffnungsrede: „Der Einzelhandel und die Ortszentren haben lange genug still gehalten.“ Es sei an der Zeit, den politisch Verantwortlichen zu verdeutlichen, dass der Einzelhandel nicht länger bereit sei, alle Corona-Schutzmaßnahmen widerspruchslos hinzunehmen.

Flächenfressende Gewerbegebiete mit großen Handelsunternehmen, Online-Einkauf und eine ungleiche Wettbewerbssituation würden es dem traditionellen Einzelhandel in den Innenstädten und Ortszentren ohnehin schwer machen. Die Pro Innenstadt-Vorsitzende mahnte auch vor einem Ausbluten des Einzelhandels und damit verbundenen irreparablen Schäden für die Stadtzentren. Uhl sagte: „Stirbt der Handel, veröden die Zentren.“ Damit würden sie auch ihre wichtige Funktion als Begegnungsstätte verlieren.

Die Protestveranstaltung lockte rund 30 Zuhörer in die Tölzer Fußgängerzone. Dort hatten die Verantwortlichen sinnbildlich für die Einkaufsläden Logo-Tüten der teilnehmenden Geschäfte aufgestellt.

Die Resolution wird nun der Staatsregierung übergeben. Von ihr fordern die Unterzeichner unverzügliches Handeln und die Umsetzung von Maßnahmen gegen das Ausbluten der Ortszentren.

Die Forderungen

Demnach sollen Kommunen auf den Sonderfonds „Innenstadt“, der in den Haushalt 2021 eingestellt werden soll, zugreifen können. Ab 1. Mai sollen die Kommunen die Gelder darin für die Verschönerung und die attraktive Gestaltung der Ortszentren verwenden können. Zweitens verlangen sie auf Ebene des Bundesrates eine Initiative mit dem Ziel, die Finanzmittel des Städtebauförderungsprogramms für 2021 zu verdoppeln.

Des Weiteren soll es heuer eine Ausnahmegenehmigung für die strengen Regeln in Bezug auf verkaufsoffene Sonntage geben. Bis zum 30. November wollen die Einzelhändler eine Erlaubnis für insgesamt acht verkaufsoffene Sonntage erreichen. Zudem wird gefordert, dass Einzelhändler mit einem geprüften Hygienekonzept nicht mehr schließen müssen, falls es zu einem weiteren Lockdown kommt.

Eins sollte nicht nur den Geschäftsinhabern, sondern auch Politikern bewusst sein, „hier stehen Existenzen und Arbeitsplätze auf dem Spiel“, appellierte Uhl am Ende.

Von Victoria Gray

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