Die Konkurrenz im Internet ist stark – Viele Musikfans setzen auf die Schallplatte

Das Ende der CD-Geschäfte?

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Norbert „Joe“ Bayer glaubt, dass es um die CD in der Zukunft eher schlecht steht. Doch er prophezeit, dass Schallplatten wieder stärker kommen. In der Bildergalerie haben wir nachgefragt: "Hören und kaufen Sie noch CDs?"

Weilheim – Noch immer glänzt ihre Oberfläche wie einst. Zwar zeugen einige Kratzer auf so manchem Exemplar von harten Partynächten, doch auch mit 30 kann sie sich noch sehen lassen: die CD. Doch hat sie bald ausgedient?

„Am Anfang waren die CDs Exoten“, erinnert sich Norbert „Joe“ Bayer zurück. Schon damals verkaufte er Schallplatten und Kassetten in Weilheim. „Kein Mensch hat damals gedacht, dass die CD sich durchsetzt“, sagt er heute mit einem Grinsen. Kein Wunder, denn die billigste CD kostete in den 80ern um die 40 Mark. Doch trotz des Preises begann die kleine silberne Scheibe ihren Siegeszug auf der ganzen Welt. Bereits 1981 präsentierten Sony und Philips ihre Gemeinschaftsentwicklung, die Compact Disc. Am 17. August 1982 begann dann in Hannover die weltweit erste industrielle Produktion. Das letzte Album von ABBA, „The Visitor“, sollte zugleich die erste CD werden. 1983 wurde die CD dann auch in die USA exportiert. Bald stellten viele Musikliebhaber ihre Sammlung auf das neue Medium um und bescherten der Musikindustrie so Rekordumsätze. In diesem Jahr feiert die CD weltweit ihren 30. Geburtstag. David Bowie war der erste große Künstler, dessen komplette Diskografie auf CD erschien, die Dire Straits brachen mit ihrem Album „Brothers in Arms“ erstmals die Marke von einer Millionen verkauften CDs. Doch in Zeiten von iTunes und Amazone muss sich die CD gegen starke Konkurrenten behaupten. 2012 war ein Jahr voller Download-Rekorde. Legale Musikdownloads haben im vergangenen Jahr erstmals die 100-Millionen-Marke in Deutschland durchbrochen, berichtet der Bundesverband der Musikindustrie. Die Zahl der CD-Verkäufe sinkt dabei immer weiter. Wurden 2002 noch 129,4 Millionen CDs in Deutschland verkauft, waren es 2011 nur noch 96,9 Millionen. Auch wenn die CD-Abteilung inzwischen erheblich geschrumpft ist, freut sich „Joe“ Bayer noch immer über seine Stammkunden. „Viele Erwachsene, die als Jugendliche selber bei uns ihre ersten CDs gekauft haben, bringen heute ihre Kinder mit.“ Die CD-Anhänger geben ihre Leidenschaft an die nächste Generation weiter. Und auch gewisse Genreliebhaber scheinen die CD besonders zu schätzen. „Die Heavy Metal Fans sind die treuesten.“ Doch vielleicht liegt das auch am „Müller-Joe“ selbst. Er ist Musikkenner aus Leidenschaft und besorgt für seine Kunde auch die ausgefallensten Titel. Der Verkaufsschlager sind übrigens nicht etwa die neuesten Hits von Lady Gaga und Co., sondern „Die drei ???“ und die Abenteuer von TKKG“. Wie Bayer die Zukunft der CD einschätzt? „Sehr, sehr schlecht“. Dennoch sieht er für Musikträger Zukunft. „Die LP kommt wieder. Als Sammlerstück, fast so wie bei Briefmarken“, sagt er und nimmt behutsam die neueste Scheibe von Pink aus dem kleinen Korb mit Vinylplatten. Von Ursula Gnadl 

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