Das Glück im Glauben finden – Auftakt gelungen: Mit Forum zu Glaubensfragen 600 Menschen erreicht

Nach zweistündigem Vortrag signierte Autor Manfred Lütz 2.v.li.) seine Bücher, mit denen sich die Besucher auf den Heimweg machten. Li. Stadtpfarrer Ulrich Lindl. Foto: Hofstetter

„Was glaubst Du eigentlich?“ Mit dieser Frage ging die Katholische Pfarreiengemeinschaft Weilheim an Passanten in der Innenstadt, um herauszufinden, wo die Menschen in Glaubensfragen der Schuh drückt. Aus den Antworten, die sie erhielten, kristallisierten sich fünf Themenbereiche heraus, die im Forum „Weilheimer Glaubensfragen“ von namhaften Referenten behandelt werden.

Als einen „Vertrauten der menschlichen Seele, einen der weiß, was ihr gut tut“, hatte Dr. Ulrich Lindl den ersten Experten zum Auftakt der „Weilheimer Glaubensfragen“ angekündigt. Weilheims Stadtpfarrer sollte Recht behalten. Mit der rheinischen Frohnatur Dr. med. Manfred Lütz betrat ein Mann die Bühne, der wusste, wie man „ganz normalen Menschen“ erklärt, was wirklich wichtig ist im Leben. 600 Besucher waren am vergangenen Freitag gespannt darauf, zu erfahren, was ihnen der Facharzt für Psychologie und Psychotherapie, Diplom-Theologe und Bestsellerautor aus Köln über „die Werte, die Wahrheit und das Glück“ zu sagen hatte. Mit kabarettreifen Wortsalven machte sich Lütz über die Befindlichkeiten der Deutschen lustig, die aus einer materialistischen Denkweise heraus ständig in Angst vor allen möglichen Unwägbarkeiten lebten. So würde der Unglaube an ein Leben nach dem Tod dazu führen, dass das Leben im Hier und Jetzt und die es gefährdenden Umstände zum alles beherrschenden Thema werden. Materielle Absicherung, ein übersteigerter Fitness- und Gesundheitswahn und der Run auf abstruse Heilsbotschaften seien die Folge davon. „Wer nichts glaubt, glaubt alles!“, brachte Lütz diese Denkweise auf den Punkt. Diesem aus seiner Sicht fatalen Ansatz stellte der Redner den Glauben an Gott gegenüber. Um der Skepsis gegen dessen Existenz zu entgegnen, spannte er einen weiten Bogen beginnend von den Ursprüngen der griechischen Philosophie, über Kirchenlehrer und Philosophen aus der Geschichte bis hin zu Naturwissenschaftlern aus der jüngsten Vergangenheit, die sich alle mit der Existenz oder Nichtexistenz Gottes befassten. Vor allem die Erkenntnis Immanuel Kants, dass der Mensch eine Würde habe, die sich aus der Freiheit zwischen Gut und Böse zu unterscheiden herleite, setze die Unsterblichkeit der Seele und diese wiederum die Existenz Gottes voraus. Die daraus resultierende Geborgenheit im Glauben sei der Schlüssel zu einem dauerhaften Glück, da das Wissen um ein Leben nach dem Tod die Unzulänglichkeiten der irdischen Existenz relativiere. Dieser Glaube stehe in keinem Widerspruch zu naturwissen- schaftlichen Erkenntnissen aus der Physik, Biologie und anderen Fachgebieten. In der katholischen Kirche sei die Berufung auf die menschliche Vernunft immer ein hohes Gut gewesen. Zum Schluss seiner philosophischen Rundschau zeigte sich Lütz überzeugt, dass der Mensch nach seinem Tod von Gott nicht danach beurteilt werde, „was wir geleistet haben, sondern mit wie viel Liebe wir unsere Werke getan haben“. Als nächstes sprechen im Forum Religionswissenschaftlerin Mara Kurzrock und Timo Aytac Güzelmansur, wissenschaftlicher Mitarbeiter der deutschen Bischofskonferenz für christlich-islamischen Dialog, am Donnerstag, 14. April, um 20 Uhr im Haus der Begegnung zum Thema „Der eine Gott – die vielen Religionen“. Der Eintritt ist frei. Mehr Infos: www.weilheimer-glaubensfragen.de.

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