Goldmedaille für Sacher - Penzberger Olympionike zündet beim Straßen-Einzelzeitfahren den Turbo

Wolfgang Sacher hat sich seinen großen Traum erfüllt und bei den Paralympics in Peking die Goldmedaille gewonnen. Der Penzberger Radfahrer sicherte sich nach Silber in der 4000-Meter-Einerverfolgung und Bronze im 1000-Meter-Zeitfahren am Freitag den Sieg im Straßen-Einzelzeitfahren.

Er gewann vor seinen Konkurrenten Wolfgang Eibeck (Österreich) und Fabio Triboli (Italien). Dabei lief das „Rennen seines Lebens“, wie Sacher den Wettkampf beschrieb, nicht von Anfang an nach Plan: „Das Rennen war sehr schwer. Vor allem an den Anstiegen habe ich Probleme bekommen und nur schwer meinen Rhythmus gefunden“, berichtet Sacher aus China. Bei der Zwischenzeit nach der ersten von insgesamt zwei Runden lag er zehn Sekunden hinter Eibeck, dem amtierenden Weltmeister dieser Disziplin, zurück. Doch Sacher, der als 15-Jähriger bei einem Starkstromunfall seinen linken Arm verlor, zündete im zweiten Umlauf den Turbo. Auf den Geraden fuhr er den schwersten Gang, in den Kurven nützte er jeden Zentimeter für seine Fahrlinie aus. Im Ziel brach er erst einmal zusammen – vor Erschöpfung und vor Glück: Der Penzberger hatte es geschafft und den Rückstand aufgeholt. „Das ist der reinste Wahnsinn“, war er fassungslos. Auf dem Siegerpodest kamen ihm erneut die Tränen. Einmal bei Olympia dabei zu sein, ist der Traum vieler Sportler – Sacher hat nicht nur das geschafft, er stand sogar ganz oben auf dem Podest. Mit 30 Jahren hatte er mit dem Radsport begonnen. Jetzt ist der Penzberger 41 Jahre alt und Sieger bei den Paralympics. Sacher: „Mit einer Medaille habe ich gerechnet, aber dass ich Gold hole, ich kann das noch gar nicht wirklich glauben.“ Empfang am Samstag Eine Penzberger Delegation, angeführt von Bürgermeister Hans Mummert, bereitet Sacher am Freitag, 19. September, einen triumphalen Empfang am Münchner Flughafen. Tags darauf können Sportbegeisterte am Samstag, 20. September, ab 13.30 Uhr Penzbergs Paralympicsieger in der Stadthalle feiern. Dort werden Ausschnitte aus Peking gezeigt und die Stadt- und Bergknappenkapelle spielen auf. RS

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