Grasleitner Moorlandschaft soll in europäisches Biotopverbundnetz aufgenommen werden

Naturerbe sichern, Heimat bewahren

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Am Flusslauf der Ach diskutieren Teilnehmer den Umgang mit Totholz im Uferbereich.

Huglfing – Unter dem Begriff Natura 2000 soll in den europäischen Mitgliedsstaaten die biologische Vielfalt der natürlichen Lebensräume mit den darin lebenden Tieren und Pflanzen aufrechterhalten werden.

Grundlage für den Aufbau des Biotopverbundnetzes sind die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) und die Vogelschutzrichtlinie der EU. Um das ehrgeizige Ziel zu erreichen, wird unter Federführung der Regierung von Oberbayern in den nächsten beiden Jahren ein Managementplan zur weiteren Bewirtschaftung der Landschaft erstellt. Damit von Beginn an alle beteiligten Behörden, Interessenverbände und Grundeigentümer in das Procedere eingebunden werden, hatte die Regierung von Oberbayern zu einem Ortstermin in die Grasleitner Moorlandschaft eingeladen.

„Die Interessen von Bauern, Bikern und Bibern unter einen Hut zu bringen ist nicht einfach“, brachte Bernhard Kamhuber, als Huglfinger Bürgermeister quasi der Hausherr der Veranstaltung, die Aufgabe der Managementplanung auf den Punkt. Vor circa 40 Personen erläuterte Regierungsdirektor Thomas Eberherr von der Regierung von Oberbayern eingangs die Grundsätze der Managementplanung. Ziel sei es, einen guten Erhaltungszustand der Naturschutzgebiete für die Zukunft zu sichern. Hierzu würden in den nächsten beiden Jahren vom Regionalen Kartierteam Oberbayern alle in Frage kommenden Flächen erfasst, ihre schützenswerten Pflanzen- und Tierbestände dokumentiert und Handlungsempfehlungen für die weitere Bewirtschaftung erarbeitet. Der dann vorliegende Entwurf solle allen Betroffenen vorgestellt und mit ihnen diskutiert werden, um deren Anliegen in die endgültige Fassung einzubringen. „Diese ist für alle Behörden, wie Wasserwirtschaftsamt, Forstamt, Straßenbauamt und andere verbindlich, für private Eigentümer stellt er jedoch nur eine unverbindliche Handlungsempfehlung dar,“ entkräftete Eberherr Bedenken über eine mögliche Nutzungsbeschränkung. Es gelte lediglich das bereits jetzt vorliegende Verschlechterungsverbot. Überdies könnten freiwillig vorgenommene Verbesserungsmaßnahmen staatlich gefördert werden. Schon heute würden im Landkreis Weilheim-Schongau 1,5 Mio. Euro dafür ausbezahlt.

Dr. Wolfgang Hochhardt von der Regierung von Oberbayern und Daniela Janker vom Regionalen Kartierteam Oberbayern führten die Teilnehmer anschließend durch das Naturschutzgebiet „Grasleitner Moorlandschaft“. Es umfasst eine Fläche von 2 084 Hektar und reicht von Böbing im Westen bis an den Staffelsee im Osten. Eine Besonderheit dieses Gebietes ist die Kleinteiligkeit und Vielfältigkeit auf kleinstem Raum. So würden Auwälder, Waldmeister-Buchenwald-Gesellschaften, Moorlandschaften, Streuwiesen und konventionell bewirtschaftete Nutzflächen einander abwechseln.

Werner Dworschak vom „Arbeitskreis Heimische Orchideen“ demonstrierte an einigen von dessen Mitgliedern gepflegten Flächen, wie durch eine behutsame Überführung der Bewirtschaftung hin zu einer Streuwiese der ökologische Wert von vorher gedüngten Moorwiesen in den vergangenen Jahren verbessert werden konnte.

Als mögliches Konfliktfeld wurde der Verbleib von Totholz im Uferbereich der Ach von einigen Teilnehmern vorgebracht. So sei es für den Artenerhalt wünschenswert, wenn Totholz dort verbleibe, andererseits würde dadurch die Hochwassergefahr erhöht. Laut Eberherr sei dies ein typisches Beispiel für ein Problem, das es im Rahmen des runden Tisches zu diskutieren und für alle Beteiligten zufriedenstellend zu lösen gelte.

In seinem abschließenden Resümee zeigte er sich erfreut darüber, dass bereits jetzt von Landwirten und Interessenverbänden viel getan worden sei, um die Grasleitner Moorlandschaft als wertvolles Naturschutzgebiet zu erhalten.

Von emh

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