Klimaschutz im Brennpunkt

Grüne stellen ihre Kandidaten für die Kommunalwahl in Weilheim vor

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Bestritten gemeinsam den offiziellen Teil des Empfangs. V.li. Dr. Anne von Streit, MdL Andreas Krahl, MdB Lisa Badum, Katharina von Platen, Karl-Heinz Grehl, Manuel Neulinger.

Weilheim – Klimaschutz und Energiewende vor Ort hatten sich Bündnis 90/Die Grünen zum Motto ihres Neujahrsempfangs gegeben – und natürlich die Kommunalwahl.

Viele Kandidaten nutzten den Anlass zur Vorstellung. Begrüßt wurden die Gäste von den Kreissprechern Katharina von Platen und Manuel Neulinger, die sich bei Michael und Karin Sendl, Gastgeber im Biomichl, bedankten.

MdL Andreas Krahl betonte die Wertschätzung für ehrenamtliche Kommunalpolitiker. Den Fokus für die anbrechenden 20er Jahre sieht er auf dem Schutz der Lebensgrundlagen: „Wir sollten bunt und laut bleiben und dabei die nicht vergessen, die in der Leistungsgesellschaft nicht so viel leisten können.“ Mut machen statt Ängste zu schüren sei deshalb wichtig.

Weilheims Bürgermeisterkandidat Manuel Neulinger sieht sich als „echter Grüner“ als Garant für eine konsequente Klimapolitik. Ein Klimaschutzkonzept für die Stadt müssten erarbeitet und die Bürger mitgenommen werden. Sein „Traum von 2030“ seien gut ausgebaute, markierte Rad- und Fußwege in der ganzen Stadt, ein weiter ertüchtigter Busverkehr, viele alternativ angetriebene Fahrzeuge, blühende Wiesen und Ruhe in der Stadt, weshalb er eine oberirdische Entlastungsstraße ablehnt. Neulinger stellte die Mannschaft für den Stadtrat vor.

Dr. Anne von Streit vom Department für Geographie an der Ludwig-Maximilians-Universität München referierte über die Ergebnisse der Erhebungen zur Energiewende im Oberland, die in den vergangenen Jahren untersucht, ausgewertet und mit Simulationen in die Zukunft projiziert wurden. Ohne weitere Photovoltaik- und Windkraftanlagen in den beteiligten Landkreisen könnte das Ziel der Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen bis 2035 nicht verwirklicht werden.

Lisa Badum, klimapolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, sieht ihre Partei als Brücke zwischen den Anliegen von „Fridays for Future“ und den teils entgegenstehenden Meinungen von Gewerkschaften und anderen gesellschaftlichen Gruppen. Auch Kritik gab’s von ihrer Seite: „Der Kohleausstiegsplan ist wenig Klimaschutz für viel Geld!“ Wichtige Projekte seien der ÖPNV-Ausbau und die Abschaffung der 10-H-Regel für Windräder. Der „Green Deal“ der EU sei ein Schritt in die richtige Richtung: „Wir müssen Bündnisse schmieden statt spalten!“

Landratskandidat Karl-Heinz Grehl bescheinigte dem Kreistag, in den letzten sechs Jahren gut zusammengearbeitet zu haben, allerdings hätten Bürgermeister und Landrätin lediglich in ihrem Wirkungskreis gearbeitet, nicht darüber hinaus. „Wir müssen Zuständigkeiten herstellen“, forderte er. Mit einem grünen Landrat allein könne das aber nicht geschehen: „Ich brauche eine starke Mannschaft im Kreistag“, warb er für die Kandidaten. Dass die Grünen den Klimaschutz ernst nehmen, zeigen sie auch im Wahlkampf: Erstmals wird das Wahlprogramm nicht gedruckt an die Haushalte gehen. Alle wichtigen Informationen seien aber auf der Homepage abrufbar, wie Sprecherin von Platen am Ende des mehr als zweistündigen Redenmarathons bekanntgab.

Bianca Heigl

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