Kreisverband der Grünen ernennt Katharina von Platen und Manuel Neulinger

Neues Führungspersonal

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Gruppenfoto nach den Neuwahlen im Grünen-Kreisverband: (v. li.) Vize-Landrat Karl-Heinz Grehl, Christof Wiedmann (Beisitzer), Gabriela Seitz-Hoffmann, Annette Daiber (Beisitzerin), Maria Lüdemann (Beisitzerin), Katharina von Platen, Manuel Neulinger, Alfred Honisch, Dr. Eckart Stüber (Kassier), Martin Adler (Schriftführer) und der vor Kurzem gekürte Landtagsdirektkandidat Andreas Krahl.

Peißenberg – Der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen hat sich an seiner Führungsspitze personell neu aufgestellt: Bei einer außerordentlichen Jahreshauptversammlung im Peißenberger Gasthaus „Sonne“ wurden die Penzbergerin Katharina von Platen und der Weilheimer Manuel Neulinger einhellig zum neuen Sprecherduo gekürt.

Die beiden lösen Gabriela Seitz-Hoffmann und Alfred Honisch ab, die seit 2017 nur noch kommissarisch im Amt waren. Mit der personellen Neubesetzung vollzieht sich bei den Kreis-Grünen gleichsam ein Generationenwechsel. Neulinger (40) ist seit 2011 Parteimitglied und von Platen (38) erst seit 2014. Inhaltlich wollen sich beide verstärkt für Umweltthemen einsetzen. Neulinger ist vor allem die ungezügelte Flächenversiegelung ein Dorn im Auge: „Beim Volksbegehren gegen den Flächenfraß erfahren wir wahnsinnig viel Resonanz – auch von Leuten, die mit den Grünen sonst nicht so viel anfangen können“, erklärte der Versicherungsangestellte in seiner Antrittsrede.

Neulinger verbrachte einen Großteil seiner Kindheit in Rottenbuch, ehe er 1997 am Schongauer Gymnasium Abitur machte und später zur Bundeswehr-Marine ging: „Das ist für einen Grünen eigentlich nicht so typisch“, gab Neulinger schmunzelnd zu: „Umweltthemen waren mir aber schon immer wichtig.“ Während Neulinger nach eigenem Bekunden „schon für längere Zeit“ als Kreissprecher an Bord bleiben will, beabsichtigt von Platen, ihr Amt nur bis zur nächsten turnusmäßigen Neuwahl im nächsten Jahr auszuführen. Danach will sich die Rechtsfachwirtin voll auf den Kommunalwahlkampf in Penzberg konzentrieren: „Da habe ich dann keine Kapazitäten mehr frei.“ Weder von Platen noch Neulinger wollen sich übrigens einem Parteiflügel zuordnen lassen. Die Unterscheidung in „Realo“ und „Fundi“ spielt laut von Platen allenfalls in der Bundespolitik eine Rolle: „Auf Kommunalebene ist die Orientierung eher von Pragmatismus getragen.“

Der Kreisverband der Grünen hat derzeit 85 Mitglieder – Tendenz steigend: „Wir sind wirklich gut aufgestellt – und natürlich werden wir die Landtagswahlen rocken“, gab sich die scheidende Kreissprecherin Gabriela Seitz-Hoffmann bei der Jahreshauptversammlung euphorisch. In ihrer Abschiedsrede ließ die Hohenpeißenbergerin aber auch durchblicken, dass es zuletzt im Vorstand offenbar Reibereien gegeben hat. Seitz-Hoffmann sprach allgemein von kommunikativen Defiziten: „Ich habe mich bemüht, den Umgang miteinander zu harmonisieren. Das ist mir manchmal gelungen, manchmal nicht.“ Alfred Honisch wiederum reagierte auf Seitz-Hoffmanns Äußerungen „überrascht“: „Wir haben als Team nie Schwierigkeiten gehabt.“ Honisch fungierte knapp 19 Jahre als Kreissprecher. Seine persönliche Bilanz fällt positiv aus: „Es war eine angenehme Zeit – mit Ups and Downs. Man muss in den Job reinwachsen, aber er macht auch Spaß.“

Von Bernhard Jepsen

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