Zulassung durch die Deutsche Rentenversicherung

Grünes Licht für Therapiezentrum PRO in Peißenberg

Eingangsbereich zum Gesundheits- und Bäderpark
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Die für Rollstuhlfahrer und gehbehinderte Menschen ungeeigneten Flügeltüren im Eingangsbereich zum Gesundheits- und Bäderpark haben ausgedient. (v.li.) Karin Hosse (mit Rentenversicherungsvertrag in der Hand), Dr. Uwe Bellinghoven und Ingrid Haberl im neuen, vollautomatischen Eingangsbereich.
  • Bernhard Jepsen
    VonBernhard Jepsen
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Peißenberg – Sie war ein wesentlicher Baustein im finanziellen Masterplan, nun liegt sie vor, die Zulassung für das ambulante Therapiezentrum PRO (Prävention-Rehabilitation-Oberland) durch die Deutsche Rentenversicherung. Die vertragliche Einigung trat Anfang Januar in Kraft.

„Das ist etwas sehr Erfreuliches. Endlich hat es geklappt. Der Zulassungsvertrag ist eine Notwendigkeit für uns“, erklärt Karin Hosse, die Reha-Geschäftsführerin, bei einem Pressegespräch. Bislang konnte das Therapiezentrum nur im Rahmen von Heilverfahren und postoperativen Anschlussbehandlungen tätig sein. Das Durchschnittsalter der Patienten lag bei über 70 Jahren. Über die Rentenversicherung bekommt die Einrichtung mit der Behandlung von Arbeitnehmern nun ein weiteres Standbein hinzu. Das breitere Leistungsangebot sorgt letztlich für eine höhere Auslastung: „Die Grundbelegung ist jetzt gesichert“, sagt Ingrid Haberl, die Chefin der Gemeindewerke. Das Kommunalunternehmen (KU) trägt als Hauptgesellschafter das wirtschaftliche Risiko, die Krankenhaus-GmbH des Landkreises ist nur strategischer Partner. „Wir versprechen uns mit der Rentenversicherung eine deutliche Entlastung der wirtschaftlichen Situation“, so Haberl.

Eine Entlastung ist auch nötig. Die im Betriebsgebäude der Rigi-Rutsch‘n untergebrachte Tagesklinik schreibt bis dato rote Zahlen. Von den 500 000 Euro Gewinn pro Jahr, die der frühere Geschäftsführer und Ideengeber Reinhard Huber prognostizierte, ist keine Rede mehr – auch mit der nun vorliegenden Zulassung durch die Rentenversicherung nicht. Die finanzielle Schmerzgrenze, so Haberl, würde langfristig bei einer schwarzen Null liegen. Im Vertrag mit der Rentenversicherung ist zunächst kein zeitliches Limit festgelegt. Lediglich in einem Begleitschreiben ist von einer Befristung bis März 2026 die Rede. Kein Geheimnis ist, dass die Rentenversicherung langfristig einen Ausbau der Versorgungskapazitäten wünscht. Bislang lag die Auslastung bei 25 bis 30 Patienten pro Tag, bald sollen es 35 werden. Laut Haberl gibt es aber noch kein konkretes Konzept für eine bauliche Erweiterung, lediglich eine „Grundplanung“. Ein möglicher Anbau könnte an der Stelle der jetzigen Eisstadion-Umkleidekabinen entstehen. „Wir schauen jetzt mal, wie sich die Zahlen entwickeln und dann wird entschieden, ob man anbaut oder nicht“, erklärt die KU-Chefin.

Qualitätssicherungsprogramme sollen die internen Abläufe in der Reha weiter optimieren. „Wir wollen in den nächsten Jahren zeigen, dass der Reha-Betrieb funktioniert. Wir wollen einfach ein gutes Bild abgeben“, kündigt Karin Hosse an. „Der Bedarf in der Bevölkerung ist groß.“ Der Trend „ambulant vor stationär“ mache sich deutlich bemerkbar. Allein durch die Eintragung in die Portale der Rentenversicherung sei die Nachfrage bereits nach oben gegangen – „ohne, dass wir aktiv Werbung betrieben hätten“, wie Hosse betont.

Aber warum hat die Reha nicht schon bei ihrer Eröffnung 2019 die Rentenversicherungszusage bekommen? An der Qualifikation der Mitarbeiter und der technischen Ausstattung lag es laut Dr. Uwe Bellinghoven nicht. „Da muss viel an formalistischen Dingen erfüllt werden“, berichtet der medizinische Reha-Leiter – „und das, obwohl ambulante Angebote in der Region dünn gesät sind“. Zwei Kriterien wurden zuletzt erfüllt. Dabei handelt es sich einmal um eine automatische, barrierefreie Eingangstür im Erdgeschoss und um einen mobilen Hebelift, der Patienten ins Schwimmbecken hieven kann. Beide Investitionen kommen auch den Badegästen der Rigi-Rutsch‘n zugute: „Das ist ein Gewinn für alle“, so Hosse, die neben ihrer Reha-Geschäftsführertätigkeit auch Verwaltungsleiterin des Bäderparks ist.

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