Grundstein ans Tageslicht geholt - Arbeiten für evangelisches Gemeindehaus in Weilheim wieder im Zeitplan

Präsentieren den Fotografen den Inhalt der Grundsteinrolle: V. li. Architektin Johanna Hartmann; Dekan Axel Piper; Anton Storf, Chef der gleichnamigen Baufirma; Peter Handel sen.; Adelheid Meyer vom Kirchenvorstand und Pfarrer Robert Maier. Foto: Hofstetter

Albert Höck ist beim Erdaushub für den Keller des neuen evangelischen Gemeindehauses in Weilheim auf einen interessanten Fund gestoßen. Der Polier der Baufirma Storf entdeckte in 2,50 Meter Tiefe einen Hohlraum im Beton. Bei genauer Nachsicht kam eine mit Dokumenten und Tageszeitungen gefüllte, verzinkte Büchse zum Vorschein, die bei der Grundsteinlegung im Jahr 1949 einbetoniert worden war.

Architekt Peter Handel sen., der damals den Bau geleitet hatte, erinnert sich noch gut an jenen Freitag. Das Bauvorhaben fiel in eine Zeit, in der die Lebensmittel „markenfrei“ wurden und der Stadtrat über die „Zuweisung eines Geländes zur Errichtung einer Verbandsschule“ zu entscheiden hatte. Des Weiteren ist im „Weilheimer Tagblatt“ und im „Weil­heimer Tagesanzeiger“ vom 21. Oktober 1949 von einem „erfolgreichen Flüchtlingsbetrieb am Staffelsee“ die Rede. Als das Gemeindehaus an Ostern 1951 fertiggestellt worden war, übergab der Bauleiter „dem Landesbischof persönlich“ den Schlüssel, berichtete Handel sen. am vergangenen Freitag bei einer kleinen Feier auf der Baustelle. Neben der Tagespresse kamen in der Büchse alte Dokumente, unterzeichnet von „Bürgermeister Dr. Machon“ und „Landrat Konrad“, zum Vorschein. „Dieser Fund zeigt, unter welchen Umständen die Menschen zur damaligen Zeit gelebt haben“, kommentierte dies Dekan Axel Piper. Ergänzt mit neuen Dokumenten soll die Grundsteinrolle von 1949 als Zeitzeugnis in den Neubau eingelassen werden. Die Arbeiten für das neue evangelische Gemeindehaus kommen nach anfänglicher Verzögerung wieder planmäßig voran. „Der Rohbau wird noch vor Wintereinbruch fertig sein“, äußerte sich Dekan Piper am vergangenen Freitag zuversichtlich. Am 4. Juli wurde der symbolische erste Spatenstich getan (wir berichteten). Die Fundamente sind inzwischen gesetzt. Wo früher die Garagen standen, wurde schon fleißig gemauert. Die Bodenplatte ist gegossen. Die Baufirma hat ihre Mitarbeiter jetzt erst einmal für 14 Tage in den Urlaub geschickt. Ab dem Sommer 2012 sollen die Türen des 1,55 Millionen Euro-Projektes den 6 000 Mitgliedern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Weilheim offen stehen. Um das Bauvorhaben finanziell stemmen zu können, hat die evangelische Apostelkirche Weilheim mit verschiedenen Aktionen, wie dem Sponsorenlauf und der Talenteaktion (wir berichteten), fleißig Spenden gesammelt. Insgesamt 280 000 Euro hat die Kirchengemeinschaft bisher an Eigenmitteln aus Spenden, Rücklagen und Zuwendungen aufgebracht. „Eine halbe Million Euro fehlt uns noch“, erklärte Dekan Piper, der auf einen weiteren Geldfluss hofft. Mehr Informationen über den Neubau des Gemeindehauses gibt es im Pfarrbüro sowie im Internet unter www.Apostelkirche.de.

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