"Gute Förster, böse Jäger" – "Windisch"-Papier und Vegetationsgutachten treiben Jäger auf die Barrikaden

Zwei Themen beherrschten die Hegeschau des Kreisjagdverbands am vergangenen Samstag. Die rasante Zunahme des Schwarzwilds und damit verbundene Schäden, sowie der interne Arbeitsbericht der Projektgruppe „Waldumbau-Klimawandel“ der Bayerischen Forstverwaltung.

Das von dessen Leiter Georg Windisch abgezeichnete Papier mit Anweisungen zum Umbruch des Jagdsystems sorgte für Zündstoff. Die Jagd werde darin als größtes Hindernis für das Erreichen forstlicher Ziele betrachtet. Die Unteren Jagdbehörden seien strikt an die Abschussempfehlungen aus dem Vegetationsgutachten 2009 gebunden. Zwar wurde das Papier nach Protesten des Bayerischen Jagdverbands (BJV) umgehend durch Staatsminister Helmut Brunner zurückgezogen, aber das Verhältnis ist seither mehr als angespannt. Kreisvorstand Dr. Norbert Vidal kritisierte die Vorlage unter lautstarkem Beifall der rund 300 Anwesenden scharf. Im Papier stehe sinngemäß „Guter Förster, böser Jäger“. Noch mehr Öl ins Feuer goss das vom Amt für Landwirtschaft und Forsten sowie der Unteren Jagdbehörde verabschiedete Verbissgutachten. Es schreibt eine Erhöhung der Abschusszahlen von bis zu 50 Prozent in 147 der insgesamt 208 Reviere des Landkreises Weilheim/Schongau vor. Im Vergleich mit den Landkreisen Ostbayerns steht Weilheim mit Garmisch-Partenkirchen an der Spitze der Verbissschäden. Gegenargument der Jäger: Das Gutachten berücksichtige durch eine selektive Messung nicht den tatsächlichen Zustand des Waldes und ob der Verbiss die katastrophalen Auswirkungen verursacht. „Ich denke, es ist an der Zeit, dass die Politik der Verwaltung Einhalt gebietet und die Jäger vertrauensvoll ins Boot holt“, so Vidal, der beim Schwarzwild brutale Zunahmen prophezeiht. Der Kreisjagdverband werde sich jedoch der Verpflichtung stellen und das nötige Fachwissen einholen.

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