Gute Stube sanieren

Weilheim – Die gute Stube, das Herzstück Weilheims - der Marienplatz - steht für buntes Treiben, flanieren und ist Lebensmittelpunkt. Ab dem 12. Januar ist mit der Gemütlichkeit vorerst Schluss. Dann rückt der Bautrupp an, um zu sanieren und zu erneuern.

Anfang Juli, knapp fünfeinhalb Monate später, soll der Spuk wieder vorbei sein. „Doch ganz ohne Behinderung wird es nicht abgehen“, versichert Bürgermeister Markus Loth bei der Anliegerversammlung, die kürzlich im Weilheimer Rathaus stattfand. Veranschlagt sind für die Maßnahme rund 1,5 Millionen Euro. Eine Förderung des Vorhabens erfolgt über das Programm „Aktive Stadt- und Orts- teilzentren“. Dieses Programm ziele, laut Standortförderer Stefan Frenzl, „auf ein privates Engagement ab.“ Dies bedeutet, dass die Mithilfe der Gewerbetreibenden am Marienplatz und der Eigentümer erforderlich ist. Eine Finanzierung erfolgt zu 50 Prozent aus Mitteln der Städtebauförderung von Bund, Land und Gemeinde sowie zu 50 Prozent aus Mitteln privater Akteure oder zusätzlichen Gemeindemitteln. Privatleute sollen sich nicht an den direkten Baukosten beteiligen, sondern an Dingen, die „die Möblierung des Marienplatzes betrifft“, betont Loth. Frenzl führte in diesem Zusammenhang beispielhaft eine einheitliche Weihnachtsbeleuchtung oder auch Pflanzentröge und Sonnenschirme auf, die sich dann in Form und Farbe gleichen sollen. Wichtig sei, dass eine „gewisse Einheitlichkeit gewährleistet“ werde. „Weilheims gute Stube darf sich nicht auf dem Status Quo ausruhen“, appellierte Frenzl an die Gewerbetreibenden, sich in die Gestaltung des Marienplatzes einzubringen. Seit 2006 saniert die Stadt Weilheim systematisch die Innenstadt. Angefangen beim Kirchplatz, über Hof- und Pöltnerstraße, bis zur Schmiedstraße, die dieses Jahr an der Reihe war (wir berichteten). „Die Steine sind gekauft“, kündigte Loth in der Versammlung den symbolischen Baubeginn an. Das Granitpflaster stamme auch dieses Mal aus China, da in der Ausschreibung nur Qualitätsmerkmale, wie Normen und Farben angegeben werden könnten, und nicht das Herkunftsland. Versichern konnte Loth den Anwesenden, dass das Pflaster „ohne Kinderarbeit produziert“ wurde. Die Baufirma habe „das gleiche Zeitfenster“ wie bei der Schmiedstraße für die Sanierung zur Verfügung, berichtete der Leiter des Tiefbauamtes, Georg Kutter. Gearbeitet wird an sechs Tagen die Woche. Die Bauarbeiten beginnen in der Mitte des Marienplatzes, ein Abstand „von fünf Metern bei den Häusern“ wird noch erhalten, erläutert Kutter, „um den Zugang zu den Geschäften zu ermöglichen.“ Vom Stadtmuseum aus gesehen auf der rechten Seite ist in der Baustellenplanung vorgesehen, dass dort der fünf Meter-Streifen als erstes entfernt werden soll, um Haus- anschlüsse und Gasleitungen neu zu verlegen. Dort beginnen auch die Pflasterarbeiten, die für den gesamten Streifen, sowohl rechts, als auch links, bis Mitte März abgeschlossen sein sollen. Im Anschluss gehen die Arbeiten in der Mitte des Marienplatzes weiter. Die gleichen Bänke wie auf dem Kirchplatz, nur ohne Lehne, stehen nach Abschluss der Arbeiten auf dem Marienplatz. „Die Beleuchtung erfolgt über Steelen“, sagt der Planer des Marienplatzes, Klaus Immich. Besonderheit ist, dass die Französische Woche mit dem Oberstadtlerfest den Veranstaltungszeitraum tauscht. „Dies ist eine einmalige Sache“, betont Loth und wäre nur als Sicherheitsmaßnahme erforderlich, falls es zu Bauverzögerungen auf Grund der Witterungsverhältnisse käme.

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