Starkes Zeichen

Gymnasium Murnau: Finale des Kunstprojekts gegen Populismus

Zugetapter Mund
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Durch das Projekt sollen Schüler*innen für den Missbrauch der Sprache sensibilisiert werden.

Murnau/Region – Am 24. Juli startet das große Finale des politischen Kunstprojekts „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“ des Staffelsee-Gymnasiums.

In Zeiten des Populismus ist oft der Satz zu hören: „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“. Meist begleitet diese Floskel eine Aussage, die zwar durchaus gesagt werden darf, weil in Deutschland die Meinungsfreiheit gilt; die aber vielleicht nicht unbedingt gesagt werden sollte, weil sie womöglich andere Menschen verletzt oder diskriminiert.

Ziel des literarisch-bildnerischen Kunstprojekts ist es, Schüler*innen für den Missbrauch der Sprache zu sensibilisieren. Denn von einer gewalttätigen Sprache ist es meist nur ein Schritt zur tatsächlich ausgeübten Gewalt.

Am Samstag, 24. Juli, um 10.30 Uhr startet das große Finale des Kunstprojekts: Im Murnauer Markt, nördlich der Mariensäule eröffnen die Gymnasiasten gemeinsam mit den Bürgermeistern Rolf Beuting (Murnau), Vanessa Voit (Ettal) und Jörg Steinleitner (Riegsee), Lehrkräften sowie beteiligten Künstlerinnen einen politischen Catwalk: Alle Beteiligten präsentieren auf einem imaginären Laufsteg zu Catwalk-Musik selbst hergestellte Taschen mit politischen Slogans für eine offene Gesellschaft. Dazwischen lesen die Jugendlichen aus dem von ihnen verfassten Buch Geschichten rund um Themen wie Diskriminierung, Mobbing und Zwangsheirat.

Während und im Anschluss an Lesung und politische Modenschau können Interessierte mit den engagierten Schülern ins Gespräch kommen. Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt.

Der Hintergrund

• Sprachwerkstatt: Das wird man ja wohl noch sagen dürfen.

Begleitet von dem Schriftsteller Steinleitner sowie der Geschichtslehrerin Verena Oswald und dem Sozialkundelehrer Richard Mohr begaben sich die Jugendlichen auf die Suche nach populistischen Formulierungen und entlarvten ihre Wirkweise. In der Folge entwickelten sie neue Slogans, die auf humorvoll-hintersinnige Weise konterkariert werden. Außerdem verfassten die Schüler im Rahmen der Sprach- und Schreibwerkstatt Geschichten, die um die Themen Sprache und Gewalt, Diskriminierung, Menschenrechte und Demokratie kreisen. Daraus entstand die Anthologie „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“.

• Kunstwerkstatt: Das wird man ja wohl noch tragen dürfen.

Angeleitet von den Künstlerinnen Sonnja Riedl, Susanne Winter und Nana Klaass entwarfen die Jugendlichen eine Modelinie. Unter dem Motto „Das wird man ja wohl noch tragen dürfen“ entstanden kunstvoll gestaltete Taschen, auf die die in der Sprachwerkstatt entwickelten Slogans per Siebdruckverfahren gedruckt wurden.

Das Kunstprojekt wurde vom Förderkreis des Staffelsee-Gymnasiums bezuschusst und es wurde bereits mit dem Preis „Demokratisch handeln“ ausgezeichnet. Zudem ist es für den Deutschen Engagementpreis nominiert.

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Von Kreisbote

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