"Ich möchte es machen"

Halbritter kandidiert für Posten des Peißenberger Vize-Bürgermeisters

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Robert Halbritter möchte zweiter Bürgermeister in Peißenberg werden.

Peißenberg – Nach aktuellem Stand wird die konstituierende Sitzung des neu gewählten Peißenberger Marktrats am 13. Mai über die Bühne gehen.

Und sehr wahrscheinlich wird dann Robert Halbritter zum zweiten Bürgermeister gekürt. Der SPD-Frontmann, der im Rennen um den Chefsessel im Rathaus Frank Zellner (CSU) in der Stichwahl unterlegen war, hat offiziell seine Kandidatur erklärt. Unterstützung bekommt Halbritter von den Freien Wählern, den Grünen und der Bürgervereinigung.

„Ich bin von verschiedenen Seiten angesprochen worden. Ich möchte es machen – und ich habe auch einen gewissen Anspruch darauf“, erklärt der „Ex-Bürgermeisterkandidat“. Halbritter hat bei der Stichwahl mit knapp 44 Prozent ein respektables Ergebnis eingefahren. Auch bei der Gemeinderatswahl lag er mit 3531 Stimmen hinter Zellner (4201) auf Platz zwei. Der von Halbritter formulierte „Anspruch“ manifestiert sich also in Zahlen. „Es steht mir zu, dass ich kandidiere“, meint Halbritter – und: „Ich spiele mit offenen Karten.“ Halbritter hat Zellner über seine Kandidatur persönlich informiert und ihm versichert, „dass ich 2026 bei der nächsten Kommunalwahl keine Ambitionen mehr auf das Bürgermeister-Amt habe“. „Menschlich und von den Themen her sind wir auch nicht weit auseinander“, ergänzt Halbritter – und: „Wenn er (gemeint ist Zellner; Anm. d. Red.) einigermaßen Ruhe im Gemeinderat haben will, dann wäre ich der richtige zweite Mann.“ Halbritter bezieht letzteres auch auf die politische Ausrichtung: Zellner habe frischen Wind versprochen. Den könne es aber mit der bisherigen Vize-Rathauschefin, Sandra Rößle (CSU/Parteilose), nicht geben: „Die war in den vergangenen sechs Jahren voll auf Vanni-Linie“, kritisiert Halbritter.

Hinter den Kulissen werden natürlich bereits Mehrheiten ausgelotet. Rößle, so heißt es, würde den Posten der zweiten Bürgermeisterin gerne behalten. Öffentlich will sich die bisherige Vize-Chefin noch nicht dazu äußern. Doch ihre Chancen dürften eher schlecht stehen. Zellner setzt als Neu-Bürgermeister nach eigenem Bekunden auf eine gute Zusammenarbeit im künftigen Marktrat. Neben inhaltlichen Annäherungen wird er dazu auch personell Zugeständnisse machen müssen.

Dass CSU/Parteilose einen eigenen Kandidaten ins Rennen um den Posten des zweiten Bürgermeisters schicken werden, ist deshalb eher nicht zu erwarten. Zumal der eigene Bewerber in der Direktwahl durch den Marktrat theoretisch nur mit dem Votum der Peißenberger Liste und der AfD-Stimme der neu ins Gremium gewählten Katrin Neumayr durchzudrücken wäre.

Doch eine mögliche Konstellation, in der es auf die AfD-Stimme ankommen würde, schließt Zellner kategorisch aus: „Es gibt keine Planspiele mit der AfD“, versichert er.

Von Bernhard Jepsen

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