Mangels Aufsichtskräften dürfen Weilheimer Badestätte nur Schulen und Vereine nutzen

Weilheimer Hallenbad bleibt weiter zu

Hallenbad Weilheim während Umbau
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Das Hallenbad bleibt für die Öffentlichkeit geschlossen.

Weilheim – Später als geplant dürfen die Weilheimer in ihr saniertes Hallenbad. Ursprünglich sollte es ab 12. Oktober der Öffentlichkeit wieder zur Verfügung stehen, doch ab diesem Termin können es nur Schulen und Vereine nutzen.

Als Grund dafür nennt Florian Steinbach, Leiter der kommunalen Liegenschaftsverwaltung im Weilheimer Landratsamt, einen „erheblichen Krankenstand“, der aber nichts mit der Corona-Pandemie zu tun habe. Deshalb gebe es derzeit nicht genügend Aufsichtspersonal, während die Schulen und Vereine selbst für ihre Sicherheit im Hallenbad verantwortlich seien. Zu welchem Zeitpunkt wieder eine generelle Öffnung möglich sein wird, konnte Steinbach auf Anfrage nicht sagen.

Weil das defizitäre und teilweise marode Bad schon seit langem ein Sorgenkind ist, denkt man beim Landkreis und der Stadt Weilheim als Betreiber über einen Neubau nach. Über das entsprechende Gutachten eines Fachbüros aus der Schweiz wollen die Mitglieder des Kreisausschusses sowie des städtischen Hauptauschusses bei einer gemeinsamen Sitzung am 21. Oktober diskutieren.

„Viele künftige Varianten für ein neues Bad sind möglich“, sagt Steinbach. Zum Beispiel könne man für Aqua-Kurse einen Hubboden ins Becken einbauen. Doch wer soll die Trägerschaft für einen teuren Neubau übernehmen? Die Betriebskosten laufen nämlich Jahr für Jahr weiter, so dass das Bad auch in Zukunft ein Zuschussbetrieb bleiben wird. Um diese und viele weitere Fragen wird es am 21. Oktober in der Stadthalle gehen.

Wenn das Bad wieder geöffnet wird darf nur eine begrenzte Zahl von Personen die Schwimmbecken und Ruhebereiche nutzen. Steinbach: „Insgesamt dürfen sich lediglich 30 Leute im Ruhebereich auf den Bänken aufhalten und 46 gleichzeitig im Wasser sein: 30 im Sport- und 16 im Lehrschwimmbecken.“ Für die übrigen Bereiche im Bad habe man versucht, „mit Augenmaß vernünftige Lösungen zu finden“.

Das heißt in Corona-Zeiten, dass die Besucher im Eingangs-, Kassen- und Umkleidebereich sowie auf den Toiletten Mund- und Nasenbedeckungen tragen müssen, nicht aber im Dusch- und Badebereich; dort gelten die üblichen Abstands- und Hygieneregeln. Entsprechende Beschilderungen, Hinweise und Markierungen werden dieser Tage angebracht.

Für das Personal bedeuten die Corona-Vorschriften eine Menge zusätzliche Arbeit, weil besonders exponierte Stellen, wie Handläufe oder Toiletten, immer wieder desinfiziert werden müssen. Außerdem ist während der Mittagspause der Schulen eine gründliche Zwischenreinigung und -desinfektion des gesamten Bades vorgesehen.

Nicht nur die Zahl der Besucher wird in der kommenden Wintersaison eingeschränkt, sondern auch die Badezeit. Für die Schulen steht die Anlage von Montag mit Freitag jeweils von 8 bis 15 Uhr und für die Vereine jeweils montags und mittwochs von 15 bis 22 Uhr und am Samstagvormittag zur Verfügung; die übrigen Zeiten sind für das öffentliche Baden vorgesehen. Den genauen Belegungsplan kann man im Internet einsehen.

Die Badezeit beträgt jeweils 90 Minuten. Der Einzeleintritt für Erwachsene beträgt 2,90 Euro, Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre bezahlen zwei Euro. Aufgrund der speziellen Lage behalten bereits erworbene Zehner- und 25-er Karten bis Ende 2021 ihre Gültigkeit. Abgestimmt auf die aktuelle Situation will man auch Schwimm- und Fitness- Kurse anbieten.

Nicht nur organisatorisch wird es in der Weilheimer Freizeitanlage zahlreiche Neuerungen geben: Während der Revisionszeit ist der Kassen- und Umkleidebereich umgebaut und der Fünfer-Sprungturm durch einen Drei-Meter-Turm ersetzt worden. „Außerdem haben wir neue Spinde und Umkleidekabinen eingebaut“, berichtet Steinbach.

Auch in dem Bereich, den normalerweise kein Besucher zu Gesicht bekommt, hat sich einiges getan: Bei der Technik im Untergeschoss war eine umfangreiche Betonsanierung notwendig, um schadhafte Stellen zu beseitigen beziehungsweise zu erneuern. „Das mussten wir zum Erhalt der Standsicherheit des Gebäudes unbedingt machen“, so Steinbach.

Die Kosten für alle Arbeiten während der vergangenen Monate beziffert er auf rund 350 000 Euro. Darüber hinaus beträgt der regelmäßige Unterhalts- und Instandhaltungsaufwand für das Hallenbad durchschnittlich 100 000 Euro im Jahr.

Das operative Defizit des Hallenbades von rund 600 000 Euro wird zu 60 Prozent von der Stadt Weilheim und zu 40 Prozent vom Landkreis ausgeglichen. Diese Aufteilung beruht auf den zeitlichen Anteilen des öffentlichen Badens und des Vereinsschwimmens (Stadt) sowie dem Anteil der Nutzung durch die Schulen (Landkreis). Im Jahr 2019 hatten rund 68 000 Gäste das Hallenbad genutzt: 13 000 beim Schul- und 27 000 beim Vereinsschwimmen sowie 28 000 während der öffentlichen Badezeit.

Von Peter Stöbich

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