Rolf Beuting sagt zeitnahen Beschluss zu, dämpft aber Erwartungen nach raschem Baubeginn

Fakten zum Hallenschwimmbad

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Hatten viele Daten und Zahlen zum Hallenschwimmbad Murnau vorbereitet. V. li.: Tom Effenberger, Josef Bierling, Johannes Templer, Professor Manfred Stöhrer, Harro Füllgraber, Stephan Schwertl, Sandra Weller und Niklas Einsle.

Murnau – Rolf Beuting lässt Augen leuchten. Im Rahmen einer Diskussion zum Thema „Braucht Murnau ein Hallenschwimmbad?“ sagte der Bürgermeister, er werde sehr zeitnah einen Entscheidungsfindungsprozess dazu im Gemeinderat anzustoßen. Diese Ankündigung brachte dem Rathauschef jede Menge Applaus von Seiten des Publikums ein.

Gegenüber dem Kreisboten umriss Beuting den Plan: „Schon im Mai werden wir uns mit dem Thema befassen. Ziel ist es, die vom Förderverein Hallenbad akribisch zusammengetragenen Zahlen und Fakten mit den Daten unserer Machbarkeitsstudie zusammenzubringen.“ Bis zum Jahresende könnte ein Grundsatzbeschluss vorliegen. Allerdings dämpfte Beuting überbordende Hoffnungen nach einem baldigen Baubeginn: „Sollten wir uns entschließen, das Bad zu bauen, wird die Umsetzung wohl noch mindestens fünf Jahre dauern.“

Der „Förderverein Hallenschwimmbad Murnau“ hatte eingeladen. Gekommen waren rund 150 Bürger. In kurzen Referaten umriss der Verein die Argumente. Stephan Schwertl hob Murnau als Schulzentrum mit etwa 2 200 Schülern hervor. Das sind, so Schwertl, 109 Sportklassen, denen dringend Schwimmunterricht angeboten werden müsse. Annette Köhler bedauerte, dass Murnauer Familien zum Schwimmen weite Anfahrten in die benachbarten Orte in Kauf nehmen müssen. „Ein Schwimmbad vor Ort kann per Fuß oder mit dem Rad erreicht werden“, so Köhler. „Gerade für Senioren und Menschen mit Beeinträchtigungen ist Schwimmen die gesündestes Sportart“, erklärte Professor Manfred Stöhrer. Tom Effenberger schlug die Kurve vom Schulsport zum Leistungsschwimmen: „Das fördert Disziplin und Leistungsbereitschaft.“ Niklas Einsle und Fabian Tschaummer von der Murnauer Jugendvertretung berichteten, dass sich zwei Drittel der Jugendlichen ein Hallenschwimmbad wünschen.

Zahlen und Daten hatte Josef Bierling parat: „Das Kultusministerium empfiehlt ab 54 Sportklassen ein Schulschwimmbad. Der Bedarf ist gegeben.“ Bierling taxiert die Investitionen mit sechs Mio. Euro, vorausgesetzt, das Bad wird auf einem gemeindlichen Grundstück gebaut. Dafür gibt es etwa zwei Mio. Euro staatliche Zuschüsse. Den jährlichen Unterhalt beziffert Bierling auf 340 000 Euro; die sich durch Eintrittsgelder um 185 000 Euro drücken lassen. Allerdings werden die Ausgaben durch Abschreibungen und Kreditzinsen wieder auf den ursprünglichen Betrag gehoben.

Angesichts dieser detaillierten Präsentation blieb kaum Platz für Fragen. Eine Bürgerin wollte wissen, ob sich der Bau eines Hallenschwimmbades negativ auf andere Investitionen der Marktgemeinde auswirken würden, etwa beim Sozialen Wohnungsbau oder für Kindertagesstätten. Das verneinten Bürgermeister Beuting und Bierling unisono: „Die Themen darf man nicht gegeneinander aufrechnen. Die Finanzierung jedes Projektes muss für sich stehen.“

Ein anderer Besucher wollte wissen, warum das Hallenschwimmbad nicht gleich mit dem Neubau der Realschule verwirklicht wird. Dazu konnte es keine befriedigende Antwort geben, denn sowohl der Landrat als auch seine Vertreter hatten – obwohl eingeladen – keine Zeit, sich an der Diskussion zu beteiligen. So blieb unbeantwortet, inwieweit sich der Landkreis Garmisch-Partenkirchen als Sachaufwandsträger für die Realschule und das Gymnasium an der Finanzierung und am Unterhalt einbringen könnte.

Von Günter Bitala

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