Halt geben: "Komasaufen" vermeiden – Übermäßiger Alkoholkonsum bei Jugendlichen: Aktion im Landkreis klärt auf und beugt vo

Saufen bis, im wahrsten Sinne der Wortes, der Arzt kommt ist ein immer größeres Problem bei Jugendlichen, auch im Landkreis Weilheim-Schongau.

„Die Entwicklung ist vor allem dahingehend besorgniserregend, dass die Fälle immer jünger werden. Das sind oft noch Kinder von vielleicht zwölf Jahren“, alarmiert Gesundheitsamtsleiter Dr. Karl Breu. Auch seien es immer mehr Mädchen, die sich „zusaufen“. Im Zeitraum von März bis September 2009 seien neun Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung ins Weilheimer Krankenhaus eingeliefert worden. „Alkohol ist eine Droge, die gesellschaftlich eine hohe Akzeptanz hat. Das macht es so schwierig, den Jugendlichen zu vermitteln, wie gefährlich hoher Konsum ist“, erklärt Petra Regauer vom Präventionskreis Sucht. Deshalb haben sich nun das Gesundheitsamt des Landkreises Weilheim-Schongau, der Präventionskreis Sucht und die Psychosoziale Beratungsstelle der Herzogsägmühle zur Aktion „Wir geben HALT“ zusammengeschlossen. Ziel ist es, Jugendliche selbst, aber auch alle, die an der „Schnittstelle“ zwischen Jugendlichen und Alkohol zu tun haben, wie Vereine, Schulen, Eltern, Gemeinden, Diskotheken- und Lokalbetreiber, Partyveranstalter, aber auch Supermärkte zu erreichen, psychologisch zu schulen und so übermäßigem Alkoholkonsum vorzubeugen. Die Aktion zeigte bereits Wirkung: „Bei der ,Eiszapfenparty’ in Haunshofen, die unser Burschenverein veranstaltet hat, gab es keine negativen Vorkommnisse, wie Schlägereien, Alkoholleichen oder ähnliches“, berichte Korbinian Steigenberger, Bürgermeister der Gemeinde Wielenbach, zu der Haunshofen gehört. Die Mitglieder des Burschenvereins wurden im Vorfeld vom Präventionskreis Sucht geschult. „Das hat einen Ruck ausgelöst. Die 20- bis 25-Jährigen machen sich jetzt Gedanken, wie man den Jüngeren Halt geben kann damit sie keinen Alkohol brauchen“, so Steigenberger. Volker Gerber von der Psychosozialen Beratungsstelle ist der Meinung, man müsse auch jenen Halt geben, die die Prävention umsetzen müssen. „Wir haben zum Beispiel die Mitarbeiter der Jet-Tankstelle in Weilheim geschult. Auch in Supermärkte gehen wir, da bei den Angestellten oft Verunsicherung herrscht“, erklärte Gerber. Wer Alkohol an Minderjährige verkauft, mache sich strafbar, genau wie über-18-Jährige, die im Auftrag von Minderjährigen Alkohol kaufen. „Wenn etwas passiert, ist das Körperverletzung, die strafrechtlich verfolgt wird“, sagt Breu.

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