Harter Wettbewerb – IHK-Gremium sieht Weilheim als wichtigen Einzelhandelsstandort

Berichte über die Entwicklung im Einzelhandel und die Auswirkungen der landesplanerischen Raum- ordnung auf die Branche standen auf der Tagesordnung der jüngsten Sitzung des IHK-Gremiums „Landsberg-Weilheim-Schongau“, die zusammen mit einer Betriebsbesichtigung im Hauptsitz der Firma „K&L Ruppert“ in Weilheim stattfand.

Das Anfang der 1950-er Jahre gegründete Unternehmen gehört mit seinen inzwischen 64 Filialen zu den führenden Modehäusern in Deutschland und trägt dazu bei, dass Weilheim, wie Florian Lipp betonte, „auch für größere Betriebe ein sehr wichtiger Einzelhandelsstandort ist“. Immerhin sechs Firmen aus der Kreisstadt, so berichtete der Geschäftsführer des Kaufhauses „Rid“ und Vorsitzende des Standortfördervereins Weilheim dem Gremium, würden zu den bundesweit 2000 Unternehmen gehören, die einen Umsatz von über zehn Millionen Euro erwirtschaften. Generell sei der Einzelhandel in Deutschland aber „mittelständisch geprägt“ und einem „harten Wettbewerb“ ausgesetzt. Lipp sprach von einem „dramatischen Rückgang der Betriebe“, von geringer werdenden Verkaufsflächenleistungen und stagnierenden Umsatzzahlen. Grund für die Entwicklung sei neben der Internet-Konkurrenz das veränderte Konsumverhalten in der Bevölkerung. Gingen früher von 100 Euro noch durchschnittlich 42 Euro in den Einzelhandel, sind es heute nach Angaben Lipps nur noch 28. Von 1995 bis 2008 hätte die gesamte Branche lediglich ein Umsatzwachstum von sechs Prozent verzeichnet, wobei sich der private Konsum immer mehr in Angebote für Urlaub, Erholung und Gesundheit verlagern würde. In den letzten vier Jahren hätten nach Angaben Lipps rund 27 Prozent aller deutschen Einzelhändler ihre Geschäfte aufgegeben. Auch in der Region, so vermutet das Gremiums-Mitglied, wird die Filialisierung „tendenziell“ noch zunehmen. Wie Georg Osterhammer, Referatsleiter bei der IHK für München und Oberbayern, erläuterte, sollen nach den Grundsätzen des bayerischen Landesentwicklungsprogramms (LEP) die bestehenden Strukturen in den Innenstädten und Ortskernen nicht durch die Neuansiedlung oder Erweiterung von Betrieben beeinträchtigt werden. Im Rahmen der derzeitigen Fortschreibung des LEP würden die kommunalen Spitzenverbände aber eine einfachere und unbürokratischere Handhabung bei der Ausweisung von Handelsflächen fordern. Bei einem „Mittelzentrum“ wie Weilheim könnten damit Areale von bis zu 5000 Quadratmeter ohne landesplanerische Überprüfung realisiert werden. Aus Sicht der IHK, so verdeutlichte Osterhammer, „wäre das ein Freibrief dafür, dass in beinahe unkontrollierter Weise Handelsflächen entstehen würden, die den individuellen Verhältnissen vor Ort nicht gerecht werden“.

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