Daten und Fakten bei der Hauptversammlung von Haus- und Grund Weilheim

Preistendenz zeigt weiter nach oben

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Die Referenten bei der Hauptversammlung von Haus und Grund Weilheim von links: Christian Lex, Geschäftsführer Haus- und Grund; Dr. Ulrike Kirchhoff, Vorsitzende Haus- und Grund Bayern; Wolfgang Sartory, erster Vorsitzender Haus- und Grund und Dr. Maria Hagenauer, Rechtsanwältin Haus und Grund.

Weilheim – Im letzten Jahr stand das Feiern anlässlich des 100. Geburtstages im Vordergrund. Bei der diesjährigen Hauptversammlung des Haus- und Grundbesitzervereins Weilheim dominierten wieder die Zahlen und Fakten rund um den Immobilienbesitz die Tagesordnung.

Vereinschef Wolfgang Sartory leitete die Versammlung, zu der sich rund 300 Besucher in der Stadthalle einfanden, traditionell mit seinem Bericht über die Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt ein. „Die Bautätigkeit hat zwar insgesamt zugenommen, sie wird aber nicht ausreichen, um den Bedarf nachhaltig zu decken. Solange das nicht passiert, wird es zu keiner spürbaren Entspannung kommen“, sieht er aktuell nach wie vor steigenden Preisen im Immobiliensektor, egal ob in einem Ballungsraum wie München oder im Landkreis Weilheim-Schongau, entgegen. Vor Ort nahm die Anzahl der genehmigten Wohnungen, von rund 500 vor ein paar Jahren auf zuletzt 964 im Jahr 2016, deutlich zu. „Dennoch ist aufgrund des Niedrigzinsumfelds kein Ende der Nachfrage erkennbar“, erklärte Sartory. „Über 50 Prozent der Interessenten kommen aus München und den Randgebieten“, laut Sartory wirken sich die exorbitanten Preissteigerungen in der Landeshauptstadt immer mehr auf die umliegenden Regionen aus.

In Weilheim hat sich der Quadratmeterpreis innerhalb von sechs Jahren auf jetzt 4 000 Euro erhöht. Die Region Peißenberg, Peiting und Schongau hat inzwischen Durchschnittspreise von rund 3 200 Euro erreicht. „Die Entwicklung bei den Gebrauchtwohnungen ist gleichzusetzen mit denen der Neubauten“, führte Sartory aus. Bei den Mieten zeigt die Tendenz ebenfalls weiter nach oben. In Weilheim sind inzwischen bis zu 14 Euro für den Quadratmeter fällig. Neu ist, dass die Vermietung kaum noch über den Makler, sondern direkt über den Eigentümer erfolgt, was laut Sartory am neu eingeführten Bestellerprinzip liegt.

Zum Abschluss berichtete Sartory von dem zunehmenden Interesse der Eigentümer, ihre Immobilien zu Lebzeiten auf Leibrente zu verkaufen.

Christian Lex, Geschäftsführer vom Verein Haus und Grund, der aktuell über 1 800 Mitglieder hat, erläuterte danach die Tätigkeitsschwerpunkte, die sich vor allem rund um Mieterhöhungen drehten. „Die Mietpreisbremse, die gescheitert ist, hat dazu beigetragen“, erklärte Lex. Nach dem Kassenbericht – der aufgrund der Jubiläumsveranstaltung und des Umzugs der Geschäftsstelle im Vorjahr ein Minus von rund 22 000 Euro aufwies, das aus den Rücklagen gedeckt wurde –, ging es noch um den Einbruchsschutz und die Kündigungsmöglichkeiten.

Dr. Ulrike Kirchhoff wagte zum Ende der rund zweieinhalbstündigen Veranstaltung noch einen Ausblick auf das Mietrecht nach der Bildung einer neuen Regierung. Die Vorsitzende von Haus- und Grund Bayern erwartet einiges Neues, unter anderem beim Kündigungsschutz, der energetischen Sanierung, der Mietpreisbremse, den Abschreibungen und der Höhe der Modernisierungskosten, die auf den Mieter umgelegt werden dürfen.

Von Roland Halmel

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