Ende der Milch-Mengenregelung Thema bei den Zuchtverbänden

Chancen auch ohne Quote

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Der geschäftsführende Vorsitzende Josef Wagner begrüßte die Mitglieder und Gäste.

Weilheim – Das Ende der Milchquote steht nach 30 Jahren bevor. Darunter versteht man die Menge der Milch, die ein Landwirt produzieren darf. Viele Bauern fragen sich, was das Auslaufen der Quote im April 2015 für Folgen hat. Mancher fürchtet einen weiteren Rückgang des Milchpreises.

Auf den Tisch kam das Thema auch kürzlich bei der Jahreshauptversammlung der Weilheimer Zuchtverbände. „Nutzen Sie die Chance, die Einnahmenseite ihres Betriebes durch die Vermarktung von Zuchtvieh zu verbessern“, riet Geschäftsführer Helmut Goßner seinen Zuhörern.

Auch Jürgen Geyer vom Verband der Milcherzeuger Bayern kam in der Weilheimer Stadthalle auf das Ende der Quote zu sprechen, schickte aber gleich das Bonmot vorneweg: „Prognosen sind schwierig, besonders, wenn sie die Zukunft betreffen.“ Es sei oft schon schwierig, die Entwicklung von zwei oder drei Monaten vorherzusagen.

Doch Geyer verbreitete am Ende vorsichtigen Optimismus. „Wenn uns die Politik nicht ausbremst, haben wir gute Erfolgschancen.“ Auch ohne Milchquote.

Vergangenes Jahr kam die Politik dazwischen. Stichwort: Ukraine-Krise mit den Sanktionen gegen Russland. „Das zu kompensieren, fällt schwer“, sagte Geyer. Er prognostizierte, dass es in Deutschland ein Stück weit zu einer Verlagerung der Milchproduktion kommen werde, hin zu begünstigten Lagen wie etwa den Küstenregionen.

Doch nun zum Thema Zucht: Das Jahr 2014 „war für die Weilheimer Zuchtverbände ein sehr ereignisreiches Jahr“, resümierte Geschäftsführer Goßner. „Das erste Jahr der neuen Vorstandschaft, viele wichtige Themen in den Gremien, zwei Bundesschauen und nicht zuletzt seit März eine deutliche Nachfragebelebung im Exportbereich.“ Bemerkenswert: Bei nahezu konstanter Mitgliederzahl ist die Anzahl an Herdbuchkühen um mehr als 1 600 auf inzwischen 52 000 gestiegen. „Die durchschnittliche Kuhzahl je Betrieb liegt somit bei über 40 Kühen“, rechnete Goßner vor.

Die Leistungsentwicklung sei bei allen Rassen im abgelaufenen Jahr positiv gewesen. Trotz des deutlichen Leistungsschubes sei für den Milcherzeugerring Weilheim aber keine Topplatzierung im Vergleich zu den anderen bayerischen Gebieten zu erzielen.

Der Anteil der Nutzkälber am Umsatz ist beträchtlich: Er beträgt knapp 60 Prozent. Die Durchschnittspreise sind laut Goßner in allen Sparten leicht rückläufig. 2015 wird aus Sicht des Geschäftsführers „in jeder Hinsicht ein spannendes Jahr. Züchterisch sind alle gespannt darauf, wie sich die Bullen, welche mit genomischen Zuchtwerten angekauft wurden, entwickeln und bewähren.“

Ein Termin, den sich Freunde der Rinderzucht jetzt schon merken sollten, ist Samstag, 21. Februar. An diesem Tag geht in Weilheim in der Großen Hochlandhalle eine Jubiläumstierschau über die Bühne. Der Anlass ist 40 Jahre Rinderzucht Südbayern. Dabei werden die Zuchterfolge der verschiedenen Rassen öffentlich präsentiert.

Von Roland Lory

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