Haus- und Grund schimpft über Senkung der Mietkappungsgrenzen

Scharfe Kritik an der Stadt

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Die Referenten bei der Jahreshauptversammlung von Haus und Grund Weilheim mit dem Hausherren, Weilheims zweitem Bürgermeister Ingo Remesch (rechts). Von links: Siegfried Thalmaier, Christian Lex, Wolfgang Sartory und Dr. Ulrike Kirchhoff.

Weilheim – Mietpreisbremse, riesige Nachfrage nach „Betongold“ und die energetische Sanierung. Rund um die Immobilien ist derzeit sehr viel geboten. Das bewies auch das Interesse an der Hauptversammlung des Haus- und Grundbesitzervereins Weilheim.

Über 250 Besucher waren in die Stadthalle gekommen, um sich über die neuesten Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt zu informieren. Die verschiedenen Referenten übten dabei deutliche Kritik an der Politik. Nicht nur die Bundes- und Landesregierung bekamen ihr Fett weg. 

Der Zorn entlud sich auch in Richtung der Stadt Weilheim wegen ihrer Kehrtwende in Sachen Kappungsgrenze bei Mieten. „Das war eine absolut falsche Entscheidung mit erheblichen Nachteilen für Vermieter und auch Mieter“, schimpfte Haus- und Grund Geschäftsführer Christian Lex über den Stadtratsbeschluss, die Kappungsgrenze für Mieten von 20 auf 15 Prozent zu senken. „Das ist ein Eingriff in die Vertragsfreiheit, eine Entmündigung und gewisse Form der Enteignung“, legte Lex nach. „Wir haben keine Wohnungsnot, sondern Wohnraummangel und das auch nur in den Ballungsgebieten,“ stieß Dr. Ulrike Kirchhoff, die bayerische Landeschefin von Haus und Grund, ins gleiche Horn. „Wir sind nur einer Empfehlung des Städtetags nachgekommen“, versuchte der zweite Bürgermeister Ingo Remesch, der Rathauschef Markus Loth vertrat, in seinem Grußwort eine Erklärung für den Stimmungswandel zu liefern.

Davor ging Wolfgang Sartory, der Vorsitzende des 1 600 Mitglieder starken Vereins, auf die aktuelle Situation auf dem lokalen Immobilienmarkt ein. In Weilheim sind seit 2008 die Quadratmeterpreise für Eigentumswohnungen um 25 Prozent auf jetzt im Schnitt fast 3 200 Euro gestiegen. In den anderen Orten im Landkreis sind die Preise deutlich weniger nach oben gegangen. Vor allem im westlichen Bereich mit Peiting und Schongau sind sie in den letzten Jahren weitgehend gleich geblieben. 

 „Im Landkreis zeichnet sich keine Preisexplosion ab“, beruhigte Sartory, der auch nach wie vor keine „Immobilien-Blase“ erkennen kann. Gleichwohl räumte er ein, dass es nicht einfach ist, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Der Politik schrieb er ins Stammbuch, sich mehr für die Belebung der zuletzt stagnierenden Bautätigkeit einzusetzen. Verbesserte Abschreibungsbedingungen und weniger dirigistische Eingriffe in die Mieten oder die energetischen Anforderungen wären aus seiner Sicht der richtige Weg. 

Davor hielt Vereinsvize Siegfried Thalmaier noch einen Vortrag zum Wohnrecht.

Von Roland Halmel

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