Keine Entspannung in Sicht

Haus- und Grund Weilheim informiert über Entwicklung am Immobilienmarkt 

Wolfgang Sartory und Christian Lex
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V.li.: Wolfgang Sartory (erster Vorsitzender Haus- und Grund) und Christian Lex (Geschäftsführer Haus- und Grund) in den Räumlichkeiten von Haus- und Grund Weilheim.

Weilheim – Sieben Jahrzehnte in Folge veranstaltete der Haus- und Grundbesitzerverband Weilheim seine Hauptversammlung. In diesem Jahr musste die Zusammenkunft coronabedingt jedoch ausfallen. Stattdessen gab es die wichtigsten Daten und Fakten rund um den Immobilienbesitz bei einem Pressegespräch.

Die aktuelle Lage im regionalen Immobilienmarkt ist laut Verbandschef Wolfgang Sartory weitgehend unverändert. Obwohl beispielsweise in Weilheim, aber auch im Landkreis viel gebaut wurde – die Baugenehmigungen stiegen im Vorjahr um 12,5 Prozent auf 875 und im ersten Halbjahr 2020 lagen sie bei 399 was auf einen ähnlichen Wert zum Jahresende hindeutet – bleibt die Nachfrage nach Wohnraum groß. „Ausgelöst durch die Corona-Krise rückt das Home-Office stärker in den Focus und wenn ich dann nicht mehr jeden Tag in die Arbeit nach München fahren muss, ist mir eine Wohnung im Grünen lieber“, sieht Sartory inzwischen wieder eine Trendwende, weg von der Idee möglichst nahe am Arbeitsplatz zu wohnen. „Nachdem der Landkreis in der Zwischenzeit zum Speckgürtel von München gehört, wird die Nachfrage nach Wohnraum wohl noch zunehmen“, erklärte der Haus und Grund-Chef.

Das nach wie vor hohe Interesse an „Betongold“ wird zudem vom unverändert niedrigen Zinsniveau befeuert. „Die Bautätigkeit, aber auch die Preise steigen“, meinte Sartory mit Blick auf die aktuellen Zahlen. „In Weilheim und Penzberg werden für neu gebaute Wohnungen bereits 6 000 Euro für den Quadratmeter verlangt“, berichtete Sartory. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren lag er noch bei der Hälfte. „Auch bei den Gebrauchtwohnungen haben die Preise angezogen“, gibt es laut Sartory in diesem Bereich keine Schnäppchen mehr. Selbst in den günstigeren Gegenden des Landkreises wie Peiting und Schongau erreicht der Quadratmeter Wohnraum inzwischen schon Werte von um die 4 500 Euro.

Politik als Bremsklotz

Noch tiefer in die Tasche muss man bei Einfamilienhäusern greifen, die regelmäßig jenseits der Millionengrenze liegen, aber dennoch kaum angeboten werden. „Eine Entspannung werden wir nur erreichen, wenn das Wohnungsangebot größer wird“, sieht Sartory nur einen Weg aus dem Dilemma, wobei der soziale Wohnungsbau durchaus eine Rolle spielen kann, um preisdämpfend zu wirken. „Ich denke aber, das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, befürchtet der Vereinschef.

Einen Bremsklotz für mehr Angebote im Immobiliensektor sieht Haus- und Grund in der Politik. „Die Mietpreisbremse wie bei und in Weilheim oder der Mietpreisdeckel wie in Berlin bereiten mir Sorgen“, kritisiert Haus und Grund-Geschäftsführer Christian Lex, die aus seiner Sicht falschen Weichenstellungen, die potenzielle Investoren abschrecken. „Das alles bringt keine neuen Wohnungen“, ergänzt Sartory. Beide Themen kamen auch bei den Beratungen, die wegen Corona nur noch per Mail oder Telefon stattfanden, zur Sprache.

Darüber hinaus drehten sich die Fragen der inzwischen rund 2 000 Mitglieder von Haus und Grund um Mietminderung und -rückstände wegen Corona, ausgefallene Eigentümerversammlungen, die Besonderheiten von Mieterwechseln während der Pandemie, aber auch um den Dauerbrenner Nebenkostenabrechnung. „Die Beratung funktionierte sehr gut. Dennoch freuen wir uns, wenn wir unsere Mitglieder hoffentlich im nächsten Jahr spätestens bei der Hauptversammlung im Herbst wiedersehen“, schloss Lex.

Von Roland Halmel

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