"Ein Segen für Weilheim"

Hebauffeier am Lindenpark: Hier entstehen 36 barrierefreie Sozialwohnungen

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Unter strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel trug der Zimmerer seinen traditionellen Richtspruch vor.

Weilheim – Wenn der Rohbau steht und der Zimmerer den Dachstuhl errichtet hat, ist Zeit für eine Tradition, die laut Markus Kleinen, Geschäftsführer „Wohnbau GmbH Weilheim“, „als Teil unserer Kultur immer mehr vernachlässigt wird“ – das Richtfest. Dieses wurde am Montag auch im Lindenpark gefeiert.

Vor gut einem Jahr wurde der erste Spatenstich gesetzt. Seitdem hat sich viel getan. „Ohne Handwerker würde kein Stein auf dem anderen stehen“, so Kleinen, „deshalb wollen wir das Richtfest feiern.“ In der Lindenstraße entstehen bis Ende des Jahres drei Häuser mit 36 Sozialwohnungen. Wie Kleinen erklärte, ist Haus eins fast fertig, bei Haus zwei steht der Dachstuhl bereits. Das dritte Haus ist noch nicht ganz so weit, da die Häuser zeitversetzt gebaut werden. Initiiert wird das Projekt von der „Wohnbau GmbH Weilheim“.

„Bis jetzt sind wir im Zeitplan“, so Rüdiger Pöhlmann, „Architekturbüro PP+“. Die Baukosten haben sich jedoch deutlich erhöht, so Kleinen. Aufgrund von kontaminiertem Boden, der entsorgt werden musste, und der aktuellen Marktsituation stiegen die Kosten von ursprünglich 9,2 auf 10,2 Millionen Euro. Davon wurden ein Drittel frei finanziert, der Rest durch Eigenkapital, Fördermittel und zinsfreie Darlehen gedeckt.

„Die 36 Wohnungen sind ein Segen für Weilheim“, erklärte Angelika Flock, dritte Bürgermeisterin. Über 100 Menschen stehen auf der Warteliste für eine Sozialwohnung. Bei der Auswahl der zukünftigen Mieter werde auf eine „gesunde Mischung geachtet“. „Es wird keiner vorgezogen“, so Flock. Bis zu 110 Quadratmeter groß werden die ein bis fünf Zimmerwohnungen, von denen alle barrierefrei und zwei davon rollstuhlgerecht gebaut werden. Wie Stefan Wolf vom „Architekturbüro PP +“erklärte, belaufen sich die Kosten für eine rollstuhlgerechte Tür auf 11 000 Euro (zum Vergleich: eine normale Tür kostet knapp 1 850 Euro), da alle Vorgänge automatisch erfolgen müssen. Auch für Parkplätze ist gesorgt: Es wird 36 Tiefgaragenstellplätze geben. Auf der Tiefgarage soll im Außenbereich ein Spielplatz entstehen, so Pöhlmann. Die Außenanlage wird offen gestaltet und öffentlich zugänglich gemacht.

Ein wesentlicher Vorteil der neuen Wohnungen ist aber vor allem die preiswerte Miete: „Wir tun viel, um bezahlbaren Wohnraum in der Region zu bieten“, betonte Kleinen. Die Gesellschaft „Wohnbau GmbH Weilheim“ wurde 1949 zur Linderung der großen Wohnungsnot gegründet. Gesellschafter sind neben vielen Kommunen der Region auch der Landkreis Weilheim-Schongau. Wie auf der Homepage der GmbH zu lesen ist, verwaltet die „Wohnbau GmbH Weilheim“ rund 2 000 Einheiten, davon 1 650 eigene Mietwohnungen (Stand 1. Januar 2017). „Derzeit bauen wir in Penzberg 32 und in Murnau über 40 Wohnungen“, sagte Kleinen. Ende des Jahres sollen die Sozialwohnungen im Lindenpark vermietet werden.

Nachdem der Zimmerer der Firma Bammersperger seinen Richtspruch vorgetragen hatte und die Sektgläser am Boden zerklirrt waren, blieb Kleinen nur noch eines zu sagen: „Glück auf, dass weiterhin keine Unfälle passieren mögen.“

Von Maria Lindner 

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