Restaurierte Heilig-Geist-Spital-Kirche wird mit ökumenischem Abendlob wiedereröffnet

Ein sakrales Schmuckstück

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„Viele Weilheimer haben dieses herrliche Gotteshaus noch nie von innen gesehen.“ Dr. Joachim Heberlein freut sich auf die Wiedereröffnung am 28. Januar.

Weilheim – Die Dreifaltigkeitskirche erstrahlt wieder in ihrem ursprünglichen Glanz: Beim ökumenischen Abendlob am Samstag, 28. Januar, um 17 Uhr können sich die Weilheimer von der Sanierung und Restaurierung dieses Gotteshauses ein Bild machen. Am Sonntag, 29. Januar, findet um 9 Uhr ein Festgottesdienst statt.

Dr. Joachim Heberlein hat die in zwei Bauabschnitten vollzogenen Arbeiten an und in der Kirche als Kustos begleitet. Acht Jahre ist es her, dass ihm die ehemalige Oberin der Barmherzigen Schwestern den Schlüssel für die Heilig-Geist-Kirche in die Hand gedrückt hatte mit der Bitte, sich um dieses Kleinod zu kümmern. Heberlein, der sich in seiner Doktorarbeit intensiv mit der „Institution Heilig-Geist-Spital“ befasst hat, bringt jede Menge historisches Hintergrundwissen mit und fungiert als Bindeglied zwischen Bürgerheim und Pfarrei.

Beim Gang durch das Gotteshaus, das sich jetzt wieder im Erscheinungsbild von 1827 zeigt, gerät der 39-jährige Weilheimer Kunsthistoriker und Theologe ins Schwärmen und strahlt: „Die Dreifaltigkeitskirche ist eine der bedeutendsten klassizistischen Kirchen Bayerns.“ Hell und großzügig wirkt jetzt der Innenraum. Viermal die Woche wird hier mit den Gläubigen eine Messe gefeiert.

Die 1827 geweihte Deifaltigkeitskirche beim Heilig-Geist-Spital hat eine wechselvolle Geschichte, war einst Gotteshaus des säkularisierten Franziskanerklosters St. Joseph, wurde später als Lagerhaus genutzt und erfüllte auch noch die Funktion des ersten Stadttheaters. Der gebürtige Weilheimer Leonhard Schmidtner gestaltete die ehemalige Klosterkirche zur Spitalkirche um. Weilheimer Bürger haben in den Jahren 1827 bis 1909 hohe Spendensummen in die Innenausstattung investiert. Die Stadt Weilheim ist seit der Auflösung der Spitalstiftung im Jahre 1943 als Eigentümerin der Kirche für deren baulichen Unterhalt zuständig.

Nach der Ertüchtigung des Dachstuhls, Sanierung der Mauerkrone und Neufassung der Fassade wurde das Gotteshaus am 22. Februar 2016 für den zweiten Bauabschnitt, die Sanierung des Innenraumes, gesperrt. 1,6 Mio. Euro wurden als Gesamtsumme veranschlagt. Dieser Kostenrahmen wurde eingehalten, die genauen Zahlen der Endabrechnung liegen noch nicht vor. Eine von Stadtratsmitgliedern fraktionsübergreifend gestartete Benefizaktion hat inklusive zahlreicher Einzelspenden von Weilheimer Bürgern 65 100 Euro in die Kasse gespült. Gefördert wurde das Projekt durch die öffentliche Hand und Stiftungen.

„Das ist ‚meine‘ Kirche. Ich fühle mich hier daheim“, sagt Heberlein, setzt sich auf eine frisch gestrichene Kirchenbank und erzählt: „Mein fünffacher Urgroßvater hat im Jahr 1827 den originalen Glockenstuhl geliefert. Aus den noch verwendbaren Holzresten habe ich ein Kripperl gebastelt.“

Neuer Stadtarchivar

Als künftiger Stadtarchivar wird sich Heberlein auch fortan mit Weilheims Vergangenheit beschäftigen. Er tritt die Nachfolge von Bernhard Wöll an, der im Sommer in den Ruhestand verabschiedet wird.

Spätestens seit Bestehen eines eigenen Rates im 13. Jahrhundert, zu dessen Verwaltungstätigkeit das Ausstellen von Urkunden, Protokollen und Akten gehörte – so ist es in der Chronik nachzulesen – verfügt Weilheim über ein eigenes Archiv. Ausdrücklich erwähnt wurde es allerdings erst in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Im Oktober 1982 wurde diese Aufgabe erstmals einem ausgebildeten Archivar in hauptamtlicher Funktion, Bernhard Wöll, übertragen.

Von Maria Hofstetter

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