Über 600 Teilnehmer folgten Aufruf von BI "Heimat 2030" nach Unterhausen

Bei Demo Flagge gezeigt

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An der Demonstration der Bürgerinitiative „Heimat 2030“ beteiligten sich am Sonntag weit über 600 Bürger, die nach der Versammlung mit ihren Transparenten vom Unterhausener Maibaum zur Ammer zogen.

Weilheim – Es war die inzwischen fünfte „Ortsbegehung“ der Bürgerinitiative (BI) „Heimat 2030“ gegen eine oberirdische Umfahrung der Kreisstadt. Dieses Mal hatten die Initiatoren zur Demonstration nach Unterhausen eingeladen. Zeichen sollten gesetzt werden und sie waren unüberhör- und -sehbar.

„Nicht im Osten, nicht im Westen, denn der Tunnel ist am besten“, skandierten Jugendliche mit Plakaten. „Weilheim hat gar nicht so viel Durchgangsverkehr. Es sind die Weilheimer, die herumfahren. Wir sollten nachdenken und FdH (Fahr die Hälfte) machen. Wir brauchen mehr öffentliche Verkehrsmittel“, forderte Karin Knöthig, eine der BI-Aktivistinnen, unter Applaus.

Ullrich Klinkicht, Mitinitiator der Demonstrationsveranstaltung, lehnte in seiner Ansprache sowohl die Ost- und Westumfahrung wie auch einen „Bergmännischen Tunnel“ unter Weilheim ab. Ein solcher Tunnel sei mit geschätzten 200 bis 300 Mio. Euro „schweineteuer“ und werde an den Kosten scheitern. Klinkicht sprach sich für einen von der BI recherchierten 800 Meter Kurztunnel in zwei Teilstrecken aus. Dieser könnte südlich auf Höhe des Amtsgerichtes beginnen und bis zum Mittleren Graben führen. Die zweite Etappe wäre eine Unterführung der Kaltenmoserstraße. Bei dieser Lösung könnten die vier innerstädtischen Ampeln umgangen werden, argumentierte Klinikicht und weiter: Der Kurztunnel versiegele nichts, sei technisch realisier- und bezahlbar.

Beim anschließenden Marsch zur Ammer erhielt der Zug der Demonstranten ständig mehr Zulauf. Zum Schluss waren etwa 600 bis 700 Bürger aller Generationen gemeinsam zur Ortsbesichtigung an die Ammer unterwegs. Hier hatten die Veranstalter mit Bändern markiert, wo eine ortsferne Westumfahrung über den Fluss führen würde. Helmut Hermann, Kreisvorsitzender Bund Naturschutz und Reinhold Schumacher, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Weilheimer Moos, erklärten mit Blick ins Gelände den möglichen Verlauf der sogenannten „Nordwest-Passage“. Wenn eine solche Trasse komme, werde sie nicht nur die Lebensgrundlage der hier lebenden Landwirte, sondern auch den Naherholungsraum von etwa 10 000 Bürgern zerstören, befürchteten die Redner. Darüber hinaus nehme die gestresste Artenvielfalt großen Schaden. Ein Kurz-Tunnel sei, wenn überhaupt, die nachhaltigere Lösung, so der Tenor. Nach der Rückkehr zum Ausgangspunkt diskutierten Veranstalter und Demonstranten bei Brotzeit und Musik weiter, ob Weilheim eine Um- oder Unterfahrung braucht und wenn ja, wo sie gebaut werden soll.

Von Georg Müller

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