Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner bekommt beim BDM-Milchbauernabend viel Applaus

"Gute Zukunft" mit dem "bayerischen Weg"

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BDM-Funktionäre und lokale Politprominenz beim Besuch von Helmut Brunner (vierter v. re.) beim Milchbauernabend (v. re.): Bernhard Heger, BDM-Landesvorsitzender Hans Leiß, MdL Harald Kühn, Vize-Landrat Karl-Heinz Grehl, Peißenbergs Vize-Bürgermeisterin Sandra Rößle, BDM-Bundesvorsitzender Romuald Schaber und BDM-Bundessprecher Hans Foldenauer.

Peißenberg – Es gab Zeiten, da waren die im „Bund Deutscher Milchviehhalter“ (BDM) organisierten Landwirte gar nicht gut auf CSU-Spitzenpolitiker zu sprechen.

Gemessen an dem Applaus, den der bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner beim Milchbauernabend auf dem Berghof in Peißenberg bekam, scheint man sich aber offenbar wieder lieb zu haben: Brunner skizzierte bei seinem Auftritt den „bayerischen Weg“ und bekam dafür von den Milchbauern sogar laute „Bravo“-Rufe zu hören. Wie BDM-Kreisvorsitzender, Bernhard Heger, in seiner offiziellen Begrüßung lobte, habe der Minister auf EU-Ebene Mehrheiten für „wegweisende Entscheidungen“ bezüglich milchmengenreduzierender Maßnahmen organisiert: „Das sind keine Vorschusslorbeeren, sondern Tatsachen“, so Heger.

„Bayerns Milchmarktpolitik – zukunftsweisend für Deutschland und Europa?“ Das Fragezeichen, mit dem Brunner den Titel seiner Rede beim Milchbauernabend versah, war freilich nur ein rhetorisches Stilmittel. Der Minister verteidigte die von ihm propagierten „Kriseninstrumentarien“, die im Falle von Preisabstürzen die Milchmarktmenge kurzfristig reduzieren. Die Milchbranche solle schließlich eine soziale und keine freie Marktwirtschaft sein. Brunner sprach zudem über den seiner Meinung nach notwendigen Ausbau der EU-Marktbeobachtungsstelle, über die Anhebung des Interventionspreisniveaus und die Nutzung von Warenterminbörsen. Außerdem forderte er flexiblere und vor allem kurzfristigere Verträge zwischen Milchbauern und Molkereien: „Wir müssen die Selbstheilungskräfte der Märkte verbessern“, betonte Brunner. Allein auf den Staat dürfe man sich nicht verlassen: „Es wird auf Dauer nicht akzeptiert, wenn Steuermittel zur Unterstützung für eine zu hohe Milchproduktion eingesetzt werden.“

Das Preisniveau zeigt laut Brunner derzeit zwar „in die richtige Richtung“, allerdings wäre es „fahrlässig, die Hände in den Schoß zu legen“. Die Staatsregierung verfolge deshalb den „bayerischen Weg“, der darauf abziele, überschaubare und in Krisenzeiten wesentlich stabilere Familienbetriebe zu stärken. „Ich will nicht zu viel versprechen“, erklärte Brunner, „aber mir geht es ganz generell um den Bauernstand“. Das Höfesterben habe massive Folgen auf die gesellschaftlichen und christlich geprägten Strukturen auf dem Land.

Der Minister warnte die Milchbauern eindringlich vor einer allzu gleichgültigen Einstellung nach dem Motto „Was ist schon so schlimm, wenn mein Nachbar aufhört?“: „Bei der nächsten Krise kann es einen dann nämlich schon selber treffen.“ Brunner sprach sich für die Beibehaltung der EU-Flächenprämie, eine Fortführung der Junglandwirte-Subventionen und einen starken EU-Agraretat aus. Bayern habe in seinem Doppelhaushalt für 2017/2018 die Mittel um 148 Millionen Euro aufgestockt. „Der Agrarstandort Bayern hat eine gute Zukunft“, sagte Brunner – und dafür gab´s von den Milchbauern natürlich wieder Beifall.

Von Bernhard Jepsen

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