Das "Herzstück" geweiht - Marienplatz ist fertig

Nach etwa sechsmonatiger Bauzeit erhielt am vergangenen Wochenende der sanierte Marienplatz seine offizielle Weihe. Trotz herbstlicher Temperaturen im einstelligen Bereich und Schnürlregen feierten über 200 Bürger die Fertigstellung ihrer Stadtmitte mit einem kleinen Volksfest mit Blasmusik, Heißgetränken, Torten und Bratwürsten. Regierungspräsident Christoph Hillenbrand gratulierte der Stadt und überreichte zwei Förderzusagen in Höhe von insgesamt 336500 Euro.

Ob Belagerung, große Brände, Einrichtung der Fußgängerzone Anfang der 70er Jahre, schrittweise Sanierung der Altstadt in den vergangenen Jahren: Die Stadtgeschichte ist reich an historischen Daten und Ereignissen. Die Weihe des neu gestalteten Marienplatzes wird nun ebenfalls in die Chronik eingehen. Trotz des starken Regens ließen sich die Anwesenden die feierliche Eröffnung nicht vermiesen. Kurz nach dem Verklingen der Böller und des Ständchens der Turmbläser eröffnete Bürgermeister Markus Loth die Veranstaltung. In seiner Ansprache datierte er die Anfänge der Altstadtsanierung an den Beginn der 70er Jahre mit Errichtung der Fußgängerzone am Marienplatz und der Schmiedstraße. Danach hätten andere Maßnahmen – Grüngürtel um die Stadtmauer, Sanierung des „Bräuwastl“-Stadls als Bibliothek, Umbau des Gefängnisses zur Musikschule, Erschließung der Oberen Stadt, Tiefgarage im Altstadtcenter sowie Kirchplatz, Hof- und Pöltnerstraße, Schmiedstraße – Vorrang gehabt. Der Marienplatz habe bereits mit dem großen Kandinsky-Bild im vergangenen Jahr internationale Schlagzeilen gemacht, den „Stadtmarketingpreis Bayern 2008“ erhalten und stehe nun verschönert erneut im Mittelpunkt. „Abgeschlossen ist die Erneuerung jedoch noch nicht“, sagte Loth. Als nächste Etappen stünden die Ledererstrasse, der Platz vor der Musikschule, die Kreuzgasse und die Herzog-Christoph-Straße zur Sanierung an. Zu den bisherigen Gesamtkosten aller Maßnahmen in Höhe von etwa 4,9 Millionen Euro müssten noch weitere zwei Millionen Euro hinzugerechnet werden. Möglich sei das nur mit den Zuschüssen der Städtebauförderung, die allein für den Marienplatz 720000 Euro bewilligt habe. Auf die von Bürgern beklagten Pflasterfugen der fertiggestellten Straßen und Plätze eingehend, versprach Loth nach dem Setzen des Sandes eine Nachverfugung. Regierungspräsident Christoph Hillenbrand sparte bei seinem Besuch nicht mit Lob für die Verschönerung und Bürgerleistung. Er hatte sogar zwei Förderzusagen – 330100 Euro für den Anbau des AWO-Kinderhauses und 6000 Euro für den Quartierfonds zur Begrünung des Marienplatzes – als Geschenk mitgebracht. Hillenbrand würdigte die Neugestaltung als gelungenen Baustein für eine lebendige Altstadt und attraktiven Anziehungspunkt für Einheimische wie Gäste. Thematisch passend fügte sich im Anschluss die kirchliche Weihe ein. Während Stadtpfarrer Dr. Ulrich Lindl den Marienplatz als Herzmitte Weilheims und großes Geschenk würdigte, galten die Worte Dekan Axel Pipers der Mariensäule. Sie, die Maria blicke von oben auf alle Bürger herab, auf Fröhliche, Traurige, Eilende, Junge und Alte. „Möge der nach ihr benannte Platz Ermutigung wie Verpflichtung zu mehr Freundlichkeit untereinander sein“, sagte er. Danach wurde unter Schirmen mit Speis und Trank der neugestaltete Marienplatz gefeiert.

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