Führerstand kann ab sofort sonntags wieder besichtigt werden

Historische Denkmallok E 6904

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Bei der Türsanierung.

Murnau – Die morschen Türen hingen zuletzt nur noch wie ein nasses Handtuch in den rostigen Angeln – notdürftig zusammengehalten von ihrem durchlöcherten Außenblech.

Die Rede ist von der Murnauer Denkmallokomotive E 6904, genannt „Johanna“. Vor 95 Jahren kam sie als „halbierte Lok“ von Berlin nach Murnau. Nach ihrem 1934 erfolgten Umbau in die heutige Form war sie dann noch bis vor 40 Jahren auf der Bahnlinie nach Oberammergau im Einsatz, bevor sie nach München zur Ausmusterung rollte. Die zweiachsige grüne E-Lok ist schließlich vor 20 Jahren endgültig nach Murnau zurückgekehrt und bildet seither einen Blickfang für Besucher, Gäste und Einwohner der Marktgemeinde. Direkt gegenüber vom „elektrischen Bahnhof“, wie dieser in den Anfangsjahren noch genannt wurde.

Nach Durchführung verschiedener Instandsetzungsarbeiten in den vergangenen Jahren waren heuer nun endlich die Türen zum Führerhaus dran, die dringend einer Sanierung bedurften. Mitglieder des örtlichen Kuratoriums zum Erhalt des historischen Lokdenkmals nahmen dazu die Konstruktion bei den beiden ältesten noch fahrfähigen Loks ähnlicher Bauart unter die Lupe: Die 1902 erbaute „Lina“ der Trossinger Eisenbahn im benachbarten Württemberg wurde ebenso eingehend besichtigt wie die Schwesterlok E 6902 „Pauline“ aus dem Jahr 1909, welche sich im DB Museum von Nürnberg befindet. Nach Ausschreibung der Arbeiten durch die Marktgemeinde Murnau wurde der Auftrag dann an einen örtlichen Fachbetrieb vergeben. Der Schreiner hatte seither einiges zu tun: Die alten Türen an der Lok ausbauen und durch so genannte „Dummies“ ersetzen – an der Lok fest eingebaute Holzverblendungen mit Fensterausschnitt, denen man zunächst gar nicht ansieht, dass es sich nicht mehr um die alten Türen handelt. Dann die Reste der alten Türen samt Schiebefenstern sorgfältig vermessen und zerlegen, damit alle noch brauchbaren Teile, ergänzt durch einen neuen Türstock und -rahmen aus massiv verleimtem Eichenholz, wieder zu einer neuen funktionalen Einheit zusammenpassen.

Mitglieder des Kuratoriums führen ab sofort jeden Sonntag ab 13.30 Uhr die Einrichtungen und die Funktionsweise des Führerstands vor und erläutern den Besuchern, wie zuerst die Bahn, danach der Strom über die Bahn in die umliegenden Ortschaften und schließlich diese einzigartige Lok nach Murnau kam.

Termine: Ab sofort bis zum 3. September; jeweils 13.30 Uhr (Dauer: circa 60 Minuten); Treffpunkt: Eingangshalle im Bahnhof Murnau, Bahnhofplatz 1. Eine Anmeldung ist erforderlich unter Tel. 08841/61410 oder direkt bei der Tourist Information Murnau.

Ergänzt werden diese Sonntagsführungen durch eine spezielle Führung für Kinder und Jugendliche im Rahmen der Ferienpass-Aktion des Kreisjugendrings am Freitag, 25. August. Den Saisonabschluss bildet heuer wieder der bundesweite Tag des Offenen Denkmals am Sonntag, 10. September.

Informationen zu den einzelnen Terminen sind im Veranstaltungskalender auf der Homepage der Marktgemeinde Murnau sowie im web-Auftritt der Tourist-Info vom Blauen Land zu finden.

Von Kreisbote

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